Wir sind wie kleine Kinder, die ihre Augen zuhalten, damit sie nicht gesehen werden. Wir denken, wir könnten durch die aktuellen Situationen kommen, indem wir nicht auffallen, dadurch nicht gesehen werden und dann wird alles gut. Wir meinen, wir bräuchten uns nur lang genug anpassen und aushalten, dann fallen wir nicht auf und man lässt von uns ab. Das wird allerdings nicht passieren, denn dieses Spiel hier ist ein Sichtbarkeitsspiel. Dabei geht es nicht darum, ob andere dich sehen können, sondern da geht es darum, ob du selbst dich sehen kannst. Ob du dich so siehst, wie du wirklich bist. Oder ob du selbst vor dir die Augen verschließt und so tust, als wärst du gar nicht da. Du bist aber da und je intensiver es wird, desto größer ist die Aufforderung an dich, dich selbst wahrzunehmen und zu erkennen. Du kannst dieses Spiel auch umgekehrt formulieren: Wie lange schaffst du es, dich selbst zu verleugnen? Je intensiver es wird, desto schwerer wird es dir fallen. Und das ist nichts anderes als der Weg zurück aus dem Trauma zurück zu dir. Die wenigsten gehen diesen Weg gerne. Die meisten wünschten sich, sie müssten diesen Weg nie gehen und deshalb werden die meisten von uns durch äußere Umstände dazu gezwungen. Durch äußere Umstände, die sich so intensiv anfühlen, dass sie in uns bewirken, dass wir aufmerksam werden. Wir werden gezwungen, unseren Fokus auf uns zu legen und dieses alte Spiel "Wer ist Schuld an dieser Situation?" komplett sein zu lassen und zu vergessen. Es geht nie um Schuld. Es geht immer um die Heilung deines Traumas. Da sich der menschliche Verstand wiederholt, wiederholt sich auch die Geschichte. Es wiederholen sich die Kreisläufe, die Illusionen, die Abstürze, die Highs und alle sonstigen Situationen. Wir leben dadurch die Definition von Wahnsinn. Wir reden es uns erst immer schlecht, während es gut ist und wenn es dann schlecht wird, reden wir es uns schön. Dadurch entsteht eine vollkommen illusorische Welt, die man auch Matrix nennen könnte, die es so gar nicht gibt, die gar nicht existiert. Weil uns diese Illusion aber Angst macht, halten wir wie kleine Kinder unsere Augen zu, damit wir von dieser Matrix nicht gesehen werden. Einer Matrix, die aber nur in unserem Kopf existiert. Und da wir sie in unserem Kopf erschaffen haben, jeder einzelne für sich selbst, kann auch nur jeder für sich daran arbeiten, dass sie verschwindet, indem wir unsere Augen öffnen und bereit sind, von uns selbst wieder gesehen zu werden.