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    4.10.2022AQ 1775
    »Beständigkeit kommt nicht durch beständige äußere Umstände, sondern durch beständige Präsenz.«
    0:005:59
    Beständigkeit kommt nicht durch beständige äußere Umstände, sondern durch beständige Präsenz. Einerseits streben wir nach Beständigkeit und andererseits erleben wir, dass Beständigkeit langweilig ist. Und dann wünschen wir uns wieder Veränderung oder wenigstens ein kleines Abenteuer. Und in diesem verrückten Zwiespalt leben wir. Und da wir selbst nach Beständigkeit streben, möchten wir sie auch anderen geben. Wir möchten die Beständigkeit, die wir uns selbst wünschen, auch anderen bieten können: unseren Partnern, unseren Kindern, Familie, Freunden. Richtig verstanden und angewendet macht dieses Streben nach Beständigkeit sehr viel Sinn. Doch leider leben wir dieses Beständigkeitsstreben falsch aus. Wir versuchen, Beständigkeit in äußeren Umständen zu erlangen. Wir versuchen, Beständigkeit in einem Bereich herzustellen, in dem es erstens nicht möglich ist und sollten wir uns dennoch der Beständigkeit annähern, wollen wir diese Beständigkeit so schnell wie möglich verändern. Im Bereich der Präsenz könnte dieses Beständigkeitsstreben gar nicht idealer sein, wenn du es schaffst, beständig präsent zu sein. Nicht als Sport, sondern als Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsübung und auch nicht so, wie es dir in einigen Achtsamkeitskursen verkauft wird. Nämlich frei von Urteil, nur präsent, nicht Bewusstsein als schlechtes Gewissen, sondern als Fähigkeit wahrzunehmen, was jetzt gerade wirklich hier ist. Dein natürlicher Drang, diese Welt zu erforschen, bringt nicht das Ergebnis von Beständigkeit. Ganz im Gegenteil: Dieser Drang sorgt dafür, dass sich ständig alles verändert. Überfordert sind wir damit nur, wenn wir nicht präsent sind, wenn wir nicht bewusst sind, wenn wir nicht wahrnehmen, wie es jetzt gerade wirklich ist. Wenn wir in den Verstand gehen und uns einen anderen, neuen, besseren Moment wünschen. Wenn wir das, was jetzt hier ist, verdrängen wollen, dann wünschen wir uns tatsächlich Beständigkeit im außen aufgrund einer Fehlannahme. Wir gehen davon aus, dass die äußeren Umstände schuld daran sind, wie es uns geht. Und wie es uns geht, möchten wir nicht genau untersuchen. Wir wollen keine Beständigkeit in unserem Bewusstsein. Denn das wird natürlicherweise erst einmal unangenehm und wir finden dort Dinge, vor allem Gefühle, die wir nicht so gerne haben. Wenn wir wirklich präsent sind, lösen sich diese Gefühle in unserem Bewusstsein auf. Allerdings nicht unbedingt so, dass sie verschwinden, sondern dass sie in unserem Bewusstsein willkommen sind. Versuch also nicht, beständige äußere Umstände herzustellen und kümmere dich stattdessen um diejenige Beständigkeit, die schon immer hier war.