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    3.10.2022AQ 1774
    »»Eine der traurigsten Lehren der Geschichte ist diese: Wenn wir lange genug beschwindelt wurden, neigen wir dazu, jeden Beweis des Schwindels abzulehnen.«
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    »Eine der traurigsten Lehren der Geschichte ist diese: Wenn wir lange genug beschwindelt wurden, neigen wir dazu, jeden Beweis des Schwindels abzulehnen. Wir sind nicht länger daran interessiert, die Wahrheit herauszufinden. Der Schwindel hat uns gefangen. Es ist einfach zu schmerzlich, zuzugeben – sogar uns selbst gegenüber – dass wir so leichtgläubig waren.« Carl Sagan Ein langes, aber unheimlich wertvolles Zitat und ich bin mir nicht sicher, ob Carl Sagan wusste, was er da sagt, oder ob es ein versteckter Hinweis war, denn er war ja Astrophysiker. Und vielleicht hat er gar nicht gemerkt, dass es sein könnte, dass auch er belogen wurde, dass auch er einem Schwindel aufgesessen ist. Oder zumindest, dass es diese Möglichkeit gibt und dass das, was er da sagt, gar nicht weit von ihm entfernt ist. Der größte Schwindel ist der Schwindel des Egos und das Ego sagt: "Ich bin du." Auf diesem Schwindel basiert unsere Identifikation mit bestimmten Geschichten. Wir identifizieren uns mit dem, was uns erzählt wird, was behauptet wird, wie es uns erklärt wird, ohne dass wir es selbst erfahren haben. Durch diese Identifikation mit dem Ego, mit der Geschichte wollen wir gar nicht herausfinden, falls und dass wir belogen wurden. Wir lehnen lieber die Erkenntnis des Schwindels und die Erkenntnis der Lüge als Lüge ab. Wir wollen die Wahrheit jenseits unseres Egos gar nicht mehr herausfinden. Und so nehmen wir uns selbst ganz automatisch innerhalb des Schwindels gefangen. Die Schmerzen, die wir fühlen würden, wenn wir zugeben würden, dass wir nicht die Geschichte sind, dass wir nicht unser Ego sind, wären zu groß. Wir wollen es uns nicht eingestehen. Ehrlichkeit anderen gegenüber ist gar nicht die Herausforderung. Ehrlichkeit uns selbst gegenüber dafür umso mehr. Im Idealfall führt dich der äußere Schwindel zu deinem Inneren. Dadurch, dass du von anderen belogen wirst und angeschwindelt wirst, kann dir auffallen, was du selbst tust. Nicht anderen gegenüber, sondern dir selbst gegenüber. Du beschwindelst dich selbst. Du belügst dich selbst. Das ist kein Vorwurf, sondern Selbsterkenntnis. Als Erstes erwachst du zu äußeren Umständen, dann zu den inneren. Die Fähigkeit, die Schmerzen zu fühlen, die entstehen, wenn du erkennst, dass du angelogen wurdest, bereitet dich darauf vor, die Schmerzen zu fühlen, wenn du erkennst, dass du dich selbst belogen hast.