Wenn es keine Krise gäbe, würdest du sie erfinden, damit du wachsen kannst. Jede Krise ist eine Einladung zu einem intensiven Retreat und je tiefer und intensiver die Krise, desto tiefer und intensiver das Retreat. Ganz egal, wo du in den letzten 2,5 Jahren gestanden bist, die Krise war eine Aufforderung an dich, genauer hinzuschauen, ehrlicher zu dir selbst zu sein. Jede Krise ist ein Weckruf, ein Aufwachprogramm. Sie zeigt dir alle deine Ängste. Nur wenn du diese Ängste nicht sehen und nicht fühlen willst, bleibt es auch eine Krise. Wenn du bereit bist, alle deine Ängste zu fühlen, ist die Krise schneller vorbei, als du piep sagen kannst. Denn dann erkennst du den Zweck, den eigentlichen Zweck einer jeden Krise. Sie macht dich auf alle deine verdrängten Gefühle aufmerksam. Im Idealfall realisierst du, dass du die Wahl hast. Die Wahl, weiterhin zu verdrängen oder diese Gefühle als Körperempfindungen in dir wahrzunehmen. Nichts ist besser geeignet zu lernen als eine handfeste Krise. Du kannst zum Beispiel feststellen, dass die Angst vor der Angst ein viel größeres Problem ist als die Angst selbst. Und du kannst herausfinden, dass diese Angst vor der Angst gar keine Angst ist. Es sind Gedanken. Und du kannst herausfinden, dass die Angst, vor der du Angst hast, fühlbar ist, dass du die Kapazität besitzt, diese Angst in deinem Körper zu fühlen. Du musst dort nicht mehr festhängen. Und du bleibst nur hängen, wenn du denkst, dass du die Gefühle nicht fühlen kannst, dass du diese Kapazität nicht besitzt. Das ist eine Vorstellung aus deiner Kindheit. In deiner Kindheit hattest du diese Kapazität tatsächlich nicht. Jetzt hast du sie. Da wir in Krisen so viel lernen können, macht es sehr viel Sinn, sie zu erleben. Es macht so viel Sinn, diese Krisen zu erleben, dass du sie sehr wahrscheinlich unterbewusst selbst hervorrufst. Wir kreieren diese Krisen, um zu erwachen, um die Wahrscheinlichkeit unseres Erwachens zu vergrößern. Für eine gute Krise braucht es Menschen, die für sie bereit sind. Deine Bereitschaft, dich in einer Krise selbst zu erfahren, sorgt für eine gute Krise, eine hilfreiche Krise. Keine Krise ist so schlecht und so schlecht genutzt wie eine Krise, in der du die Schuld bei den anderen suchst, in der du nicht erkennst, dass du gemeint bist, dass es um deine Unbewusstheit geht, um deine Programme, um deine Vermeidungsstrategien und um deine Ängste. Jede Krise wendet sich unmittelbar und direkt an dich, denn du hast sie für dich erfunden. Wenn du dir das nicht vorstellen kannst oder wenn du das nicht glauben willst, dann schau dir an, wie viele Menschen in den letzten Jahren zu einer Realität erwacht sind, die sie bisher noch nicht einmal im Verborgenen vermutet haben. Und ich meine damit nicht die Realität der anderen und was andere tun, sondern die Realität, wie wir funktionieren, wie unser Leben funktioniert, wie unsere Psyche funktioniert. Wie wir verdrängen, wie wir mitmachen, wie wir davon ausgehen, dass Obrigkeit recht hat. Wie wir blind und naiv vertraut haben und wie schnell wir vergessen haben. Wenn du all das und noch viel mehr ohne Vorwürfe an die Außenwelt in dir wahrnehmen kannst, dann war das die beste Krise aller Zeiten. Nutze jede weitere Krise genau und ausschließlich dafür. Erkenne dich selbst. Erkenne deine Gefühle. Nimm sie wahr. Erkenne deine Reaktionsmuster. Beobachte deine Gedanken. Erkenne den Grad der Manipulation und erkenne, dass du dich selbst manipuliert hast, an das zu glauben, was dir gesagt wurde. Du wolltest es so. Du wolltest daran glauben. Mach nicht den Fehler und verurteile dich dafür. Erkenne es und vergib dir.