Spirituelle Argumente sind keine. Das hat einen ganz einfachen Grund. Spiritualität muss in der Praxis funktionieren und in der Praxis interessiert sich niemand für deine spirituelle Begründung. Gott sei Dank! Denn sonst würde es ja reichen, du würdest jedem davon erzählen und schon würde es sich verändern. Das reicht aber nicht, denn du musst dich verändern. Spirituelle Argumente sind ein Trick des Verstandes, den du oft und in verschiedenen Varianten beobachten kannst. Im Idealfall bei dir selbst. Eine Variante davon ist, dass du deine Spiritualität nur dort lebst, wo du weißt, es kann dir keiner widersprechen. Also zum Beispiel bei deinem Lehrer oder in einer spirituellen Gruppe. Die beste Möglichkeit, Spiritualität wirklich zu leben, hast du ohne Netz und doppelten Boden. Du hast diese Möglichkeit immer dann, wenn es ein echtes Risiko gibt. Die erklärenden Sätze eines Lehrers sind nicht dazu da, dass du sie als Argument verwendest. Sie sind dafür gedacht, dass du sie lebst. Im Idealfall interessiert sich keine Sau für deine spirituellen Argumente. Wenn sich jemand dafür interessiert und dann auf dich eingeht, um es dir leichter zu machen, dann hast du getrickst. Dann war es nicht echt. Ob deine Spiritualität funktioniert, zeigt sich nur dann, wenn sich kein anderer dafür interessiert. Wenn es niemanden interessiert, warum du etwas machst, wofür du etwas machst, wie du etwas machst. Denn Spiritualität ist ein Inside-Job. Der geht auch gar niemanden was an. Und falls du es noch nicht bemerkt hast: Das Schlimmste sind spirituelle Diskussionen. Sie sind schlimm, weil sie nicht funktionieren. Schlimmer als spirituelle Diskussionen sind nur spirituelle Streits. Ein spiritueller Streit ist nur für denjenigen hilfreich, der sich hingeben kann. Und wenn du dich hingeben kannst, brauchst du keine Argumente mehr. Es ist also gut, wenn deine spirituellen Argumente niemanden interessieren. Denn dann kannst du nicht mehr drüber reden und musst es wirklich leben.