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    22.8.2022AQ 1732
    »Du kannst dich von jedem Kontostand eingeschränkt fühlen.«
    0:007:26
    Du kannst dich von jedem Kontostand eingeschränkt fühlen. Das Gefühl von Mangel kennt keine feste Größe. Ein Mangelgefühl kennt keinen Kontostand. Das klingt trivial und es könnte so einfach sein, das zu verstehen. Wir verhalten uns aber nicht entsprechend. Wir tun so, als wäre es anders. Wir tun so, als würde der Kontostand etwas in uns verändern. Wir denken, der Kontostand hat Auswirkungen auf unser Mangelgefühl. Das glauben wir wirklich, auch dann, wenn wir es nicht zugeben. Viele spirituelle Menschen tun so, als ginge es nicht ums Geld, als wäre Geld nicht wichtig, als bräuchten sie kein Geld zum Leben. Und bei den meisten davon stimmt das natürlich nicht. Und dadurch ergibt sich die sogenannte kognitive Dissonanz und entgegen der Definition ist es keine Dissonanz zwischen verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten oder verschiedenen Eindrücken, sondern es ist die Dissonanz zwischen Emotion und Rationalität. Es ist die Differenz zwischen dem, was man fühlt und was man denkt oder behauptet. Entweder sich selbst gegenüber oder auch anderen gegenüber. Es gibt einen gefühlten Unterschied zwischen der erlebten Realität und dem, was man behauptet oder gerne hätte. Und dadurch wird das Problem nicht aus der Welt geschafft, sondern es wird größer. Denn dann musst du ja so tun, als ob. Und das ist ein relativ großer Aufwand und braucht sehr viel Kraft, Anstrengung, Energie. Einfacher und weniger aufwändig wäre es, zuzugeben, dass du gerne Geld hättest, aber keines hast. Oder dass du Geld hast, aber gerne mehr hättest. Das wäre zumindest ehrlich. Und Ehrlichkeit ist wenigstens ein Anfang. Es ist noch nicht die Lösung, aber es kann der Beginn einer Lösung sein. In den sechs Jahren, in denen ich Retreats anbiete, habe ich das schon so oft erlebt, dass sich Menschen arm fühlen, obwohl sie aus der Sicht von anderen Menschen gar nicht arm sind. Unsere Einbildungskraft ist enorm stark. Dabei geht es aber nicht um die Einbildung, sondern es geht um das Gefühl. Wenn dein Gefühl sich so anfühlt, als wärst du im Mangel, dann kannst du Multimilliardär sein und dich arm fühlen. Das geht! Auch wenn du das jetzt nicht für möglich hältst, wenn du denkst, dass es Schwachsinn ist, dass es gar nicht geht. Doch! Das geht. Du kannst sehr viel Geld haben und dabei Mangel fühlen, weil das Gefühl von Mangel überhaupt nichts mit Geld zu tun hat. Es hat noch nicht einmal etwas mit Mangel zu tun. Mangel ist nur der Name, den du diesem Gefühl gibst. Geld oder Mangel ist die Projektionsfläche für dieses Gefühl. Andere Menschen haben dieses Gefühl bei ganz anderen Themen. Du hast es beim Thema Geld und du nennst es Mangelgefühl. Es ist aber kein Mangelgefühl. Es ist nur eine Körperempfindung, die in dem Moment auftaucht, in dem es um Geld geht oder um Fülle beziehungsweise nicht vorhandene Fülle. Es ist also nichts anderes als ein Schmerz, den du fühlst im Zusammenhang mit einem bestimmten Thema oder im Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen. Und da du diesen Schmerz immer dann fühlst, wenn es um ein bestimmtes Thema geht, denkst du, es wäre mit diesem Thema verbunden und du könntest es lösen. Du könntest dieses Gefühl auflösen, indem du dieses Thema bearbeitest. Und das stimmt nicht. Da zäumst du das Pferd von hinten auf. Die einzige Möglichkeit, einen Schmerz in Anführungsstrichen zu bearbeiten, ist, ihn zu fühlen. Und nicht die Gründe zu verändern, die zu ihm führen. Es spricht nichts dagegen, die Gründe zu beseitigen. Also wenn du deine finanzielle Lage verbessern kannst, spricht überhaupt nichts dagegen. Du darfst nur nicht erwarten, dass dadurch deine Gefühle verschwinden. Gefühle sind die Grundlage für alles. Jeder Gedanke entspringt einem Gefühl. Jedes Wort entspringt einem Gefühl. Nichts wird verbal kommuniziert. Alles ist nonverbal.