Bewusstsein ist die Fähigkeit den Fokus deiner Aufmerksamkeit zu steuern. Und dir dabei klar zu werden, was gerade in dir geschieht. Natürlich ist Bewusstsein alles, was existiert, doch seltsamerweise gibt es auch Zeiten, in denen du dir bewusst bist und es gibt Zeiten, in denen du dir unbewusst bist. Und dann stellt sich die Frage: Was unterscheidet das eine vom anderen? Ist es überhaupt schlimm, wenn du unbewusst bist? Wirklich unbewusst bist du nur dann, wenn du nie auf die Idee kommst, dass es Bewusstsein geben könnte und wenn du keinen Weg findest, deine Muster zu hinterfragen, deine Programme zu erkennen und deine Gefühle als Körperempfindungen zu erkennen. Ich kann dir in Wahrheit gar nicht sagen, was Bewusstsein ist. Ich habe dir nur in dem Zitat meine Übung für mehr Bewusstsein verpackt. Es gibt andere, die sind sich sehr sicher bei der Definition der spirituellen Begriffe. Ich kann dir meistens nur sagen, was es nicht ist. Ich weiß zum Beispiel, dass Bewusstsein nicht die Aussage ist: »Du musst dir doch bewusst sein, dass du damit dir und den anderen schadest! Und überhaupt, du musst dir doch bewusst sein, dass du anderen Leid hinzufügst und dass wir die Erde zerstören!« Nein, das ist kein Bewusstsein. Das ist tiefstes Unbewusstsein. Das ist Gefangensein in deinem Schmerzkörper. Das ist deine Körperempfindungen nicht fühlen können oder wollen und deshalb nach außen projizieren zu müssen, weil es sonst ja sein könnte, dass all dein Schmerz mit dir zu tun hat und gar nicht mit den anderen. Dass all das, was da draußen angeblich so schlimm ist, tatsächlich in dir existiert und du nur einen Sündenbock suchst, damit du niemals auf die Idee kommst, es könnte etwas mit dir zu tun haben. Hat es aber und zwar ausschließlich. Und ich kann dir auch sagen, dass Bewusstsein keine Philosophie ist. Also es hat keinen Wert, darüber zu philosophieren, es herausfinden zu wollen durch Denken. Durch Denken kannst du Bewusstsein nicht ergründen. Aber du kannst es leben. Und dieses Bewusstsein beurteilt und verurteilt dich nicht. Überspitzt könnte ich Bewusstsein so formulieren: »Bewusstsein ist deine Fähigkeit, deinen eigenen Scheiß komplett zu sehen und anzunehmen, ohne dich dafür zu verurteilen.« Und das ist natürlich auch nicht das Bewusstsein. Aber der Anfang davon. Der Beginn. Und es braucht nie mehr als den Beginn. Der Beginn ist immer das größte Abenteuer. Der Beginn macht am meisten Spaß. Es gibt auch ein Gedicht: »Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.« Es braucht nur diesen Anfang. Alles andere ergibt sich daraus. Beginne, den Fokus deiner Aufmerksamkeit zu steuern, indem du ihn auf das legst, was du willst, statt auf das, was du nicht willst! Sei gleichzeitig bereit, dir deine dunklen Seiten zeigen zu lassen. Und Bewusstsein entwickelt sich von ganz allein.