Eine Entscheidung, die man jetzt im Moment trifft, ist nicht für die Ewigkeit. Das hört sich vielleicht banal an. Ich vermute, einige meiner Zitate können sich sehr banal anhören. So banal, dass man sie entweder als Binsenweisheit abtut oder dass man glaubt, alles komplett verstanden zu haben und auch schon längst integriert zu haben. Tatsächlich scheitern wir an den banalsten Erkenntnissen. Die Erkenntnis kann einfach sein und du kannst es tatsächlich schon wissen. Deine Programmierung handelt trotzdem anders und deine Gefühle sind andere. Denn bei vielen Entscheidungen, die für uns sind, aber gleichzeitig auch scheinbar gegen andere, sind wir überhaupt nicht in der Lage, diese einfachen und banalen Weisheiten zu leben. Wir interpretieren unsere Entscheidungen in die Ewigkeit. Zum Beispiel, wenn du jetzt gerade keine Lust auf deine Eltern hast, dann traust du dich nicht, sie nicht zu besuchen, sondern du überzeugst dich mit irgendwelchen Argumenten, die keine sind. Beziehungsweise die schlechte Argumente sind, dass du dich jetzt gerade nicht für dich und dein Gefühl entscheiden kannst. Diese Entscheidung wäre aber nicht für die Ewigkeit, weil du nicht weißt, was kommt. Dein Gefühl tut aber so, als wüsste es, was kommt. Und es fühlt sich für dich auch so an, als hätte es recht. Denn in deinem Gefühl fühlt es sich an, als wäre es für die Ewigkeit. Der Schmerz in deinem Körper wird so stark, dass du dich für nichts anderes als deine Programmierung entscheiden kannst. Wenn du dieses Zitat also mit deinem Verstand verstehst und ihm zustimmst, hat das mit der Situation, in der du den Schmerz fühlst und es dir absolut nicht möglich ist, dich anders zu entscheiden, nichts zu tun. Das eine ist der schnelle Konsum eines Zitats und das andere ist dein echtes Leben. Und dazwischen liegen Universen. Und natürlich fallen dir bestimmte Entscheidungen sehr leicht und da kannst du dieses Zitat leben. Und dann gibt es Entscheidungen, da fällt es dir noch nicht einmal ein, dass es dieses Zitat gibt.