In einer Beziehung lernst du nicht den anderen kennen, sondern dich. Wir haben in Beziehungen den falschen Fokus. Wir fokussieren uns auf den Partner, weil wir denken, wir müssen uns auf ihn beziehen. Tatsächlich beziehen wir uns in einer Beziehung auf uns. Und das machen wir unter dem Vorwand einer Partnerschaft. Wir lernen uns selbst kennen. Wir lernen uns kennen, wie wir wirklich sind. Wir lernen das kennen, was bisher verborgen war. Und das entspricht überhaupt nicht dem scheinbaren Ideal einer romantischen Beziehung, denn da kommt auch viel Scheiße hoch. Vor allem aber leben wir die Idee weiterhin wie immer aus, dass unsere Gefühle vom anderen abhängig sind oder vom anderen zumindest ausgelöst werden. Wir könnten eigentlich aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung wissen, dass das nicht der Fall sein kann. Leider machen wir diesen Fehler, dass wir uns auf andere fokussieren, aber schon länger und deshalb fällt es uns nicht auf. Wir denken schon immer, die anderen würden etwas bei uns auslösen und damit wären sie auch verantwortlich bis schuld an dem, was wir fühlen. Wir hätten in den letzten Jahrzehnten herausfinden können, dass das nicht möglich ist, dass das gar nicht sein kann. Denn wie könnte es sein, dass zwei verschiedene Partner die gleichen Gefühle auslösen? Warum ist es so, dass wir immer wieder die gleichen oder ähnliche Probleme haben? Und wenn das bei dir nicht so ist: Herzlichen Glückwunsch! Ich werde dir keine Probleme einreden. Ich habe nur bisher wenige Menschen getroffen, bei denen das anders ist und die haben dann eben andere Probleme. Die denken dann, die Politik oder die Wirtschaft sei schuld an irgendetwas. Und auch das ist nicht möglich, auch wenn es uns immer so verkauft wurde und immer noch wird. Und dieses Verkaufen wird immer deutlicher. Der Schleier fällt. Wir sind mitten in der Offenbarung, dass wir schon immer das Zentrum waren und dass andere noch nie Schuld hatten an unseren Gefühlen. Es ist gut und notwendig, dass es immer verrückter wird. Es würde uns sonst nicht auffallen. Es ist uns ja bisher auch nicht aufgefallen, obwohl es schon immer so war. Wir haben es verdrängt, ignoriert, beiseite geschoben. Wir wollten nicht bei uns selbst nachschauen. Wir wollten unseren Fokus außerhalb von uns bei den anderen haben. Wir beziehen uns auf die Falschen. Es gibt nur einen, auf den wir uns beziehen können. Und der sind wir selbst. Sobald wir uns auf andere beziehen, entfernen wir uns von uns. Wir trennen etwas, was nicht zu trennen ist. Das, was wir fühlen, wie es uns geht, ist von uns nicht trennbar. Und genauso funktioniert Abspaltung. Wir spalten uns von uns selbst ab, indem wir uns auf andere beziehen. Und das bedeutet natürlich überhaupt nicht, dass wir keine Partnerschaften und keine Beziehungen haben dürfen. Es bedeutet nur, dass wir uns auch mit anderen auf den Richtigen beziehen müssen — auf uns selbst. Und das bedeutet selbstverständlich auch nicht, dass wir dabei keine Fehler machen dürfen und dass wir das nicht mal wieder vergessen dürfen oder dass wir uns sogar nur ab und zu daran erinnern. Aber jede Erinnerung ist bereits ein Erfolg. Jedes Mal, wenn du dich auf dich statt auf den anderen beziehst, bist du auf dem richtigen Weg. Jedes Mal, wenn dir klar wird, dass in Beziehungen auch und gerade deine dunklen Seiten beleuchtet werden, fokussierst du dich auf das Richtige. Du lernst dich selbst so kennen, wie du auch sein kannst. Und zwar im Positiven wie im Negativen. Es spricht überhaupt nichts dafür, eine dieser Seiten zu unterdrücken oder eine davon besonders hervorzuheben. Beides ist wichtig. Du bist nicht einseitig. All das ist in dir und in einer Beziehung kannst du es sehen, wenn du willst.