Selbst Nachrichten gegen die Nachrichten festigen das Narrativ. Wenn du gegen ein Narrativ bist, gegen eine Geschichte, die erzählt wird, dann gibt es einen Teil in dir, der daran glaubt. Wenn du wirklich weißt, dass die Geschichte nicht stimmt, dann brauchst du und kannst du auch gar nicht dagegen sein. Denn du weißt ja, dass es nicht stimmt. Damit du dagegen sein kannst und damit du gegen die offiziellen Nachrichten sein kannst, muss ein Teil in dir der offiziellen Version glauben. Erst wenn du dieser offiziellen Version nicht mehr glaubst, was aber nicht funktioniert durch Dagegensein, sondern wenn du tief in dir weißt, dass es nicht wahr ist, dann brauchst du und kannst du gar nicht mehr dagegen sein. Ich verstehe, wenn Menschen dagegen sind. Das Problem ist aber, dass sie damit Teil des Systems sind. Sie sind ein Teil des Problems. Wenn du kein Teil des Problems mehr bist, kannst du gar nicht dagegen sein. Es kommt dir dann maximal wie ein absurdes Schauspiel vor. Wie ein Theaterstück, das auf einer Bühne aufgeführt wird. Du kannst auch nicht gegen ein Theaterstück sein. Ein Theaterstück spielt einfach die Geschichte ab. Die hat ein Autor erfunden und Schauspieler und Regisseure haben sie gemeinsam inszeniert. Diese Geschichte ist nicht richtig und nicht falsch. Es ist einfach eine Geschichte. Und du bist kein Teil der Geschichte. Du glaubst die Geschichte nicht, aber du kannst so tun, als wärst du ein Teil davon. Du kannst dir dieses Theaterstück anschauen aus der Zuschauerperspektive als Beobachter. Und es kann auch vorkommen, dass du dich in der Geschichte verlierst, dass du plötzlich mitfieberst. Und dann bekommst du plötzlich Angst. Zum Beispiel wenn der Protagonist bedroht wird, weil du dich mit ihm identifizierst. Oder du freust dich gemeinsam mit ihm, weil er seinen größten Gegner geschlagen hat. Und am Ende des Theaterstücks kannst du realisieren, dass alles nur eine Geschichte war. Spätestens dann kannst du aufwachen aus deiner Trance, dass es gerade die letzten zwei Stunden um irgendetwas ging. Es war nur gespielt. Und wenn du das erkennst, dann kannst du nicht gegen die Geschichte sein. Denn es ist ja eine erfundene Geschichte — und zwar alles davon. Also sowohl die Geschichte des Protagonisten, dass er angeblich in Gefahr sei, dass man deshalb etwas tun müsste. Er sich aber weigert, deshalb gekündigt wird. Das ist alles Teil der Geschichte. Und auch die Geschichte gegen diese Geschichte, also dass das alles nicht stimmt, was man behauptet. Dass das, was man dem Protagonisten sagt, erfunden ist und gelogen, auch das ist Teil der Geschichte und festigt damit das Narrativ, dass der Hauptdarsteller, der Protagonist, angeblich in Gefahr sei. Du kannst als Zuschauer die ganze Zeit sehen, dass es nur ein Theaterstück ist. Und du kannst sehen, wie die Gegenbewegung zu einem Narrativ das Narrativ stützt und stärkt. Nur wenn der Protagonist aufhört zu kämpfen, kann er das Spiel gewinnen. Und der Protagonist bist in dem Fall du. Denn du hast dich mit dem Protagonisten gemeinsam identifiziert, obwohl du Zuschauer bist. Du hat so getan, als wäre das Theaterstück real. Und du hast an die Geschichte genauso geglaubt wie an die Gegengeschichte. Beides ist nicht notwendig. Du kannst beide Geschichten ignorieren. Damit erwachst du aus dem Traum, dass du durch eine Revolution gegen die Geschichte etwas verändern könntest. Die einzige Möglichkeit, etwas zu verändern, ist dein Erwachen.