Erfolg, der außen sichtbar wird, hat innen angefangen. Erfolgsgeschichten erzählt man immer rückwärts. Dein Leben muss aber vorwärts gelebt werden. Erfolgsgeschichten sind Geschichten, die man erzählt, wenn es bereits vorbei ist. Rückblickend kann man eine Erfolgsgeschichte daraus machen. Währenddessen war es gar keine. Währenddessen waren wir uns nicht sicher. Währenddessen wussten wir gar nicht, was wir tun. Währenddessen wollten wir aufgeben. Wir haben keinen Sinn mehr darin gesehen. Es war uns alles zu viel, wir waren überfordert, schlecht gelaunt und wir haben uns überhaupt nicht erfolgreich gefühlt. Oft haben wir einfach weitergemacht aus purer Verzweiflung, weil wir nicht wussten, was wir sonst tun sollten. Und wir wussten auch gar nicht, was wir tun. Wir haben einfach weitergemacht. Nicht nur andere haben nicht an uns geglaubt, nicht einmal wir selbst haben an uns geglaubt. Das ist auch gar nicht notwendig, denn wenn man einfach weitermacht, kann man im Nachhinein immer eine Erfolgsgeschichte erzählen. Erfolgsgeschichten sind eine Frage deiner Haltung und keine Frage des Erlebten. Du hast etwas erlebt und du hast weitergemacht. Im Nachhinein ist das immer ein Erfolg. Das liegt einzig und allein an deiner Interpretation. Und Menschen lieben die Interpretation vom Tellerwäscher zum Millionär oder vom Versager zum Erfolgreichen. Wir stehen auf solche Geschichten und wir erzählen sie uns gegenseitig, um uns zu motivieren. Vielen Menschen erzählen sich diese Geschichten sogar selbst, um weiterzumachen, um weitermachen zu können. Ich erzähle dir keine Heldengeschichte, für mich ist das nicht authentisch — und zwar weder damals noch jetzt. Ich weiß nicht, was Erfolg ist, zumindest nicht in den Kategorien, in denen wir Erfolg normalerweise messen. Ich könnte es als Erfolg interpretieren, dass im September die sechste Intensiventbildung startet. Aber das stimmt gar nicht, denn ich weiß noch gar nicht, ob sie startet. Das hängt davon ab, ob sich genügend Menschen anmelden. Ich könnte so tun, als wären die letzten fünf Intensiventbildungen ein Wahnsinnserfolg gewesen. Für manche wäre das vielleicht übertrieben, für manche vollkommen tief gestapelt. Und ich würde dabei verschweigen, dass bis auf die erste Intensiventbildung keine einzige sicher war. Ich wusste nur jedes Mal wieder: »Ich möchte es machen. Ich habe Lust darauf. Ich bin bereit. Und ich bin auch bereit zu versagen. Ich bin bereit, dass es nicht stattfindet.« Bisher hat es jedes Mal stattgefunden und ich freue mich wieder riesig darauf. Ich freue mich, weil ich in meinem Element bin, wenn ich das mache, weil es ein Erfolg ist, bevor es als erfolgreich gilt, bevor andere sagen, dass es erfolgreich war. Ich bin auch in diesem Fall von keiner Erfolgsgeschichte abhängig, die man rückwärts erzählt, denn dieser Erfolg hat bei mir innen angefangen.