Freiheit bedeutet, nichts mehr auf dem scheinbar sicheren Boden deiner Programmierung zu tun. Es ist selbstverständlich, dass du dich innerhalb deiner Programmierung sicher fühlst, denn so funktioniert sie. Deine Programmierung sind automatisierte Gedanken, Gefühle und Handlungen, die einen für dich gefühlt sicheren Rahmen abstecken. Alles außerhalb davon empfindest du als unsicher, als gefährlich und es macht dir Angst. Diese Angst ist nicht in einer tatsächlich vorhandenen Realität verankert, weil es wirklich so ist, wie du denkst, sondern in dir. Deshalb haben nicht alle Menschen die gleichen Ängste. Es heißt auch nicht, dass du jede einzelne Angst herausfordern musst, aber ein paar schon. Ein paar deiner Ängste musst du in der von dir erlebten Realität überprüfen. Du musst herausfinden, ob diese Ängste oder das, wovor du Angst hast, tatsächlich eintritt. Das bedeutet nicht, dass gar keine Angst eintreten kann. Nicht jede Angst ist vollkommen irrational. Und selbst wenn, kann etwas einfach deshalb eintreten, weil du Angst davor hast. Diese Übung ist kein bescheuertes Wunschkonzert, wie es dir teilweise verkauft wird. Diese Übung geht ans Eingemachte und niemand kann dir sagen, wo die Grenze ist. Niemand kann dir sagen, welche Gefahr real ist. Du sollst dich auch nicht in echte Gefahr begeben, sondern du sollst herausfinden, welche Gefahren du aufgrund deiner Programme als echt einstufst. Ein ganz einfaches Beispiel: Viele Menschen haben Angst davor zu verhungern, falls sie einmal kein Geld mehr haben sollten. Das ist eine Angst, die du auf vielen verschiedenen Ebenen überprüfen kannst. Eine der einfachsten ist es, einfach mal zu fasten und nichts zu essen. Und ja, dann kriegst du schlechte Laune. Das kann passieren. Das ist aber nicht die Angst. Das ist nicht das, wovor du Angst hattest. Du hattest Angst zu verhungern. Du hattest nicht Angst vor schlechter Laune. Die hast du jetzt aber und die bleibt vielleicht auch so lange, wie du fastest. Aber auch mit dieser Angst kannst du wiederum spielen und Erfahrungen sammeln. Es kann nämlich sein, dass die nach ein paar Tagen einfach weg geht. Diesen scheinbar sicheren Boden deiner Programmierung zu verlassen, ist jedes Mal wieder ein Risiko und nur weil du es einmal oder ein paar Mal in einem bestimmten Bereich gemeistert hast, diese Angst zu fühlen und deine Programmierung zu überwinden, bedeutet das überhaupt nichts für alle weiteren Male. Und es bedeutet schon gar nichts für die anderen Bereiche. Darum geht es auch gar nicht. Es geht nicht darum, besser zu werden oder vollkommen frei von jeglicher Programmierung. Es geht darum, einen Geschmack von der Freiheit zu bekommen und mit deinen Programmen zu spielen und zu experimentieren. In deiner Geschwindigkeit, frei von Stress und vor allem ohne Erwartungen an das Ergebnis. Und keine Sorge, die Programmierungen gehen dir nicht aus. Du findest immer wieder neue und damit neue Bereiche, in denen du experimentieren kannst. So lernst du auf spielerische Art und Weise, Freiheit wirklich zu leben.