»Der größte Reichtum ist die Abwesenheit von Gier.« Seneca Darauf muss man erst einmal kommen. Und zwar nicht als Philosophie, sondern man muss erst einmal darauf kommen, dass dieses Zitat wirklich wahr ist. Und darauf kann man nur kommen, wenn man es erlebt hat. Wenn man es nicht nur gelesen und für wahr befunden hat, sondern wenn man es entweder gelesen hat und dann versucht hat oder wenn man es zufällig erlebt hat. Wenn einem die Gier abhanden gekommen ist oder wenn die Gier eines Tages einfach weggefallen ist. Jeder, der dieses Zitat liest und darüber diskutieren möchte, ob das stimmen kann, kann es nicht erlebt haben. Das ist überhaupt das größte oder eines der größten Probleme philosophischer oder spiritueller Diskussionen. Sie haben keinen Wert, wenn du es nicht erlebt hast. Wenn du es erlebt hast, willst du darüber gar nicht mehr diskutieren, denn du weißt es jetzt und zwar absolut sicher. Dein Wissen ist aufgrund deiner Erfahrung nicht mehr erschütterbar durch kein Argument dieser Welt. Und das hat nichts damit zu tun, dass du ein sturer Bock bist, sondern damit, dass man eine Erfahrung nicht wegdiskutieren kann. Meinungen und Ideen kann man wegdiskutieren, deshalb haben Meinungen und Ideen auch keinen allzu großen Wert. Meistens sind sie eher hinderlich oder sogar schädlich. Das Wesentliche am Wesen des Positiven ist die Abwesenheit des Negativen. Daran können wir erkennen, dass unser Wesen, das Wesentliche, immer schon positiv war. Der Mensch ist von Grund auf gut. Man könnte auch sagen (und das würde vollkommen reichen): »Er ist von Grund auf neutral« Denn die Abwesenheit negativer oder besser gesagt störender Eigenschaften genügt schon. Diese Abwesenheit sorgt dafür, dass wir in unseren natürlichen Zustand zurückkommen. Und dann müssen wir gar nicht mehr zeigen, wie gut wir sind oder wie schön alles ist. Es genügt das, was ist. Und die Abwesenheit von Gier sorgt überhaupt erst dafür, dass du dich reich fühlen kannst, falls du es bist. Ich habe das schon öfter erwähnt, wusste aber nicht, dass es dieses Zitat gibt. Gierige oder geizige reiche Menschen sind nicht reich, denn sie fühlen sich nicht so. Sie fühlen ja Gier oder Geiz. Sie wollen immer mehr oder sie können mit dem, was sie haben, gar nicht so entspannt umgehen. Erst wenn die Gier und der Geiz wegfallen, können sie sich überhaupt erst reich fühlen. Erst dann gibt es die Möglichkeit für sie, sich tatsächlich reich zu fühlen. Und das kann eine sehr, sehr intensive Aufgabe sein für Menschen, die Angst haben. Du kannst dich selbst umschauen in deinem näheren Umfeld oder auch, so gut es geht, in der Welt und schauen: Wem traust du das zu? Bei wem fühlt es sich so an, dass er nicht gierig und nicht geizig ist? Aber nicht im Sinne eines wertenden Urteils von dir. Denn das machen die Armen ganz gern, die denken: »Alle Reichen sind geizig und gierig.« Und da hast du nicht gut genug hingeschaut beziehungsweise da hat deine Programmierung übernommen. Nur weil ein Reicher dir gegenüber nicht großzügig ist, heißt das nicht, dass er überhaupt nicht großzügig ist. Und nur, weil nicht jeder Reiche alles verschenkt, heißt es auch nicht, dass alle gierig und geizig sind. Aber diejenigen, die gierig und geizig sind, können sich gar nicht reich fühlen. Und deshalb ist das der Schlüssel zum wahren Reichtum. Der Schlüssel ist nicht der Reichtum, das sind nicht die materiellen Werte, sondern das, was in dir ist. Das sorgt dafür, ob du dich reich fühlen kannst oder ob es vollkommen unmöglich ist, dich reich zu fühlen. Verrückterweise denken Menschen, die kein Geld haben, aber trotzdem immer noch, dass es ums Geld ginge.Nicht alle, aber eine ganze Menge. Und das ist einfach nicht wahr. Es stimmt nicht. Es hat genau genommen sogar überhaupt gar nichts damit zu tun. Und zwar auf einer tiefen Ebene, an die die meisten gar nicht hinkommen. Die tun das ab, die denken, sie hätten es verstanden und sie haben es nicht verstanden, weil sie die Experimente, die dazu notwendig wären, um Geiz und Gier zu verlieren, niemals machen möchten. Sie wollen niemals erleben, alles zu verlieren, weil ihr Verstand sie dann nicht mehr damit quälen könnte. Denn sie hätten ja jetzt einen echten Erfahrungswert. Sie würden nicht nur theoretisch darüber nachdenken und sich Angst machen lassen von ihrem Verstand, sondern sie wüssten ja jetzt, wie es wirklich ist. Und die erlebte Wirklichkeit ist immer anders als die vorgestellte Zukunft. Beurteile Reichtum also nie über das äußerlich Sichtbare und kümmere dich auch nicht mehr um den Reichtum der anderen. Beobachte nur noch dein Inneres. Erkenne, wenn du gierig bist. Erkenne, wenn du geizig bist. Und erkenne, wenn du dich reich fühlst. Das genügt und dann lebst du diesen Satz.