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    31.5.2022AQ 1649
    »Du kannst dich nicht für Sicherheit entscheiden, weil du nicht weißt, was in Zukunft passiert.«
    0:009:59
    Du kannst dich nicht für Sicherheit entscheiden, weil du nicht weißt, was in Zukunft passiert. Der Versuch des Verstandes, sich für Sicherheit zu entscheiden, ist eine Illusion. Er tut nur so, als wüsste er, was sicherer ist. Er versucht das mit Wahrscheinlichkeit oder Statistik zu begründen. Dein Leben ist aber keine Statistik. Dein Leben ist individuell und was bei 100 anderen Menschen vorher funktioniert hat, muss bei dir noch lange nicht funktionieren. Und umgekehrt gilt natürlich das Gleiche: Was bei 100 Menschen nicht funktioniert hat, kann bei dir sehr wohl funktionieren. Genau genommen ist der Versuch, sich an Sicherheit zu orientieren, ein Betrug am Leben, weil du dich einer Illusion hingibst, die du schon oft überprüfen konntest und wo du nur selten richtig lagst. Falls du behauptest, dass dein Verstand immer richtig lag oder häufig, ist es höchste Zeit, die Struktur deiner Programmierung zu entdecken. Denn der Verstand schafft es, jedes Ergebnis nach seinen Interessen und nach seiner Programmierung zu interpretieren. Leben ist halt nicht so objektiv, wie wir uns das erzählen oder erzählen lassen. Leben ist nicht nur individuell, sondern auch höchst subjektiv und die meisten Menschen wollen nicht erkennen, dass ihre subjektive Einschätzung der Situation oder des Ergebnisses für den Geschmack des Ergebnisses sorgt. Das bedeutet, dass nicht eine objektive Realität vorliegt, sondern eine subjektive: Und zwar selbst dann, wenn du denkst: »Ja, aber das ist doch eindeutig, dass das positiv ist! Und das ist doch eindeutig, dass das negativ ist!« Nein, ist es gar nicht, aber dein Verstand trickst dich in diese Haltung hinein. Ich habe auch ein Beispiel für dich. Ich glaube, ich habe es schon mal erwähnt. Es gibt einen Typen, der heißt Nick Vujicic und der hat ein Buch geschrieben, der ist erfolgreicher Autor, erfolgreicher Speaker, der tritt in großen Hallen auf, tausende Menschen hören ihm zu, sind berührt und lieben ihn und sein Buch trägt den Titel »No Arms, No Legs, No Worries!« »Keine Arme, keine Beine, keine Sorgen!« Wie verdammt noch einmal kann ein Mensch, der keine Arme und keine Beine hat, ernsthaft schreiben, er habe keine Sorgen? Da scheitern die meisten Menschen an viel Geringerem. Nichts, absolut nichts ist objektiv. Alles ist subjektiv. Denn alles wurde oder wird von dir individuell, subjektiv erlebt. Und jede Bewertung, jede Beurteilung läuft durch den Filter des von dir Erlebten. Alles läuft durch den Filter deiner Programmierung und deines Verstandes. Was er als Scheitern beurteilt, ist für einen anderen ein Erfolg. Du kannst dich unfassbar ärgern, dass du gescheitert bist oder du kannst sagen: »Okay, etwas hat nicht funktioniert. Kein Problem, morgen ist ein neuer Tag mit einem neuen Versuch!« Und dazu brauchst kein Motivationsseminar besuchen. Die Wirkung hält in den meisten Fällen sowieso nicht lang. Was du dazu machen musst, ist gar nicht so spektakulär, wie es beschrieben wird und wie es manche gerne hätten. Worum es geht, ist eine Öffnung deines Geistes für andere Möglichkeiten, für andere Interpretationen. Diese neuen Interpretationsmöglichkeiten kommen aber nicht durch Nachdenken. Die entstehen nur, wenn du deine Gefühle verarbeitest. Je entspannter dein Emotionalkörper, desto entspannter wird dein Geist und desto mehr kann er sich für andere Möglichkeiten öffnen. Diese Entspannung deines Emotionalkörpers kommt aber auch nicht durch Entspannungsübungen, sondern die kommt dadurch, dass du die intensivsten Körperempfindungen bewusst wahrnimmst. Sobald du das tust, musst du dich nicht mehr für Sicherheit in der Zukunft entscheiden. Du brauchst dich sogar überhaupt nicht mehr entscheiden. Denn du weißt, dass du alles, was jetzt gerade hier ist, fühlen kannst. Entscheidungen sind ein Verdrängungsprozess. Wir wollen uns nur deshalb entscheiden, weil wir bestimmte Gefühle in der Zukunft, die potentiell auftauchen könnten, vermeiden möchten. Sobald du potentiell mögliche Gefühle in der Zukunft nicht mehr vermeiden möchtest, bist du offen für echtes Leben und Entscheidungen werden überflüssig.