Du musst überprüfen, was du musst. Du musst überprüfen, was du denkst, dass du tun musst. Du musst dein Müssen überprüfen. Falls du einen spirituellen Verstand hast (und ich bin gespannt, ob es Kommentare dazu gibt), dann weiß der, dass du das Wort Müssen nicht in den Mund nehmen darfst. Du darfst nur noch sagen: »Du darfst überprüfen! Du könntest, wenn du möchtest!« Und ich sag dir: »Du musst!« Ich sag das deinem Verstand, auch deinem spirituellen. denn es geht nicht um die Worte. Es funktioniert nicht, wenn du einfach die Worte in deiner Birne veränderst, denn deine Programmierung und dein Verstand passen sich nicht automatisch an, vor allem die tiefliegende Programmierung. Den bewussten Verstand, also dein Nachdenken, kannst du damit vielleicht beeinflussen, aber der ist nur ein Teil des Einflusses. Den unbewussten Verstand, nämlich deine Programmierung durch Trauma, beeindruckst du damit gar nicht. Du musst deinem Verstand zeigen, wo der Hase lang läuft. Nicht hart und strafend, nicht im Widerstand, aber so deutlich, dass er merkt, dass jetzt ein anderer Wind weht. Denn der Verstand ist ein wunderbarer Diener, aber ein beschissener Meister und wir alle haben ihm den Meisterposten gegeben. Dort gehört er nicht hin. Er macht aber nicht freiwillig Platz, nur weil du ein Wort in deinem Wortschatz veränderst. Du musst also auch deinen spirituellen Verstand in die Schranken weisen. Denn das meiste Müssen bekommst du gar nicht mit, selbst dann nicht, wenn du das Wort 'musst' verwendest. Aber auch dann nicht, wenn du ein anderes Wort dafür verwendest. Es ist nicht das Wort, um das es geht, sondern es ist dein Gefühl in dir. Der Druck, der Stress und Ideen von der Zukunft, meistens in der Form, dass du es noch nie anders ausprobiert hast, aber behauptest, bereits zu wissen, was passiert, wenn du es anders als bisher machst. Das sind alles keine bewussten Gedanken, das sind keine bewussten Prozesse, die laufen automatisch ab und du bekommst sie gar nicht mit. Und du kannst auch nicht alle auf einmal mitbekommen, bewusst wahrnehmen und überprüfen. Du kannst dir nur einen nach dem anderen vornehmen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es sich lohnt, diesen Prozess radikal, ehrlich und so oft wie möglich bewusst zu erleben. Und zwar gerade bei den Themen, in den Bereichen, in denen du denkst: »Das geht aber wirklich nicht anders!« Es gibt kein Müssen. Jedes Müssen ist eingebildet. Du bekommst es aber nicht aus dir heraus, indem du dieses Wort ersetzt oder einfach nicht mehr verwendest. Diese Programmierung ändert sich nur, wenn du sie herausforderst. Meine Erfahrung ist, dass das bei jeder Programmierung so ist. Ich muss sie bewusst und aktiv herausfordern. Ich muss die Programmierung überprüfen. Wenn ich das nicht tue, kann mein Verstand zwar spirituell reden, aber es verändert nichts. Als ich meinen Lehrer getroffen habe und seitdem geht es mir nicht darum, spirituell zu erscheinen, spirituell zu sprechen, mir geht es nur darum, meine Programme herauszufordern und jedes Müssen zu überprüfen, sprich also zu ignorieren. Vor allem immer dann, wenn ich keine Lust habe, das zu versuchen, was andere für unmöglich halten. Aber nicht, weil es eine Heldentat ist oder weil du dann ganz besonders professionell bist oder im Sinn von Weltmeister werden. Also die unmöglichen Dinge versuchen, so schnell zu werden wie der Beste der Welt oder irgendetwas in dieser Richtung, sondern das Unmögliche versuchen bedeutet, das für die meisten Undenkbare überprüfen, nämlich deine Programme. Und das ist eine mega Herausforderung. Denn du kannst sie ja nur überprüfen, wenn sie dir auffallen. Das heißt, als Erstes müssen sie dir auffallen. Dann musst du es schaffen, das, was dir aufgefallen ist, bewusst zu halten. Die Tendenz ist nämlich, dass man es ganz schnell wieder verdrängt. Dann musst du die Möglichkeit erkennen, dass du es das erste Mal in deinem Leben anders machen könntest. Und wenn du das erkennst, dann musst du es in diesem Moment auch das erste Mal in deinem Leben anders machen. Die Theorie bringt dich nämlich nicht weiter. Und das musst du auch gegen jeden Widerstand tun. Jeden Widerstand außerhalb und innerhalb von dir. Also Menschen, die dir erklären, dass das keine gute Idee ist, dass du das so machen musst, wie du es schon immer gemacht hast. Und natürlich vor allem die inneren Stimmen beziehungsweise der inneren Stimme, der sowieso nie irgendetwas recht ist und du bist sowieso nie genügend und du machst es sowieso nie richtig, egal was du machst. Und damit, wenn du das die ersten Male gemacht hast, musst du beginnen zu experimentieren und im Weiteren dann zu spielen. Es geht nicht um einen Kampf. Es geht nicht darum, dass du perfekt werden musst oder dass irgendetwas zu 100 % erledigt sein muss, sondern es geht darum, dass du es ausprobierst. Jedes Mal wieder. Und das musst du wirklich tun. Natürlich nur dann, wenn du willst, dass sich etwas verändert. Das verändert etwas und zwar jenseits der Gedanken und der schönen Worte.