Es steht uns immer das zu, was wir bekommen. Solche Aussagen wirken nicht sehr modern. Die sind nicht hipp und angesagt. Sie befreien dich aber von allem unnötigen Leid, wenn du sie lebst. Und zwar in jedem Fall. Also sowohl dann, wenn du aus deiner Sicht zu wenig bekommst oder wenn du aus deiner Sicht zu viel bekommst. Es gibt kein Zuviel und es gibt auch kein Zuwenig. Es gibt nur das, was du bekommst und das steht dir zu. Ich weiß, dass du da draußen ganz andere Zitate liest. Da sagen dir Menschen: »Dir steht alles zu! Nimm dir, was dir gehört!« Ja, ein entarteter Verstand kann auch spirituell tun. Das geht. Das bekommt der hin. Echte Spiritualität braucht weder weniger noch mehr. Echte Spiritualität ist das, was jetzt hier ist. Und mit dem, was jetzt hier ist, muss man noch nicht einmal zufrieden sein. Es reicht schon, wenn man damit nicht unzufrieden ist. Denn ohne Unzufriedenheit gibt es keinen Drang nach Zufriedenheit. Die ist dann schon da und die ist ganz normal. Zufriedenheit ist einfach die Abwesenheit von Unzufriedenheit. Wenn wir aber denken: »Ah, mir steht aber mehr zu!«, oder »Oh Gott, so viel steht mir gar nicht zu!«, dann haben wir schon ein Problem. Solche Gedanken kreieren Unzufriedenheit. Mir fällt in diesem Zusammenhang immer wieder das Zitat von Jim Carrey ein, dem Schauspieler, der gesagt hat: »Ich wünschte, jeder könnte reich und erfolgreich sein, dann könnte er sehen, dass es das auch nicht ist.« Soviel Weisheit von einem reichen Menschen! Arme Menschen denken dabei dann: »Ja, der hat gut reden!« Der Witz dabei ist: Das sind arme Menschen im Geiste. Die verstehen nicht, was gemeint ist. Die verstehen nicht, dass ein Mensch, ein reicher Mensch, der so etwas sagt, auch wirklich so meint und dass er es wirklich jedem Menschen von Herzen wünscht, reich sein zu können und erfolgreich sein zu können. Dieser Wunsch transportiert etwas vollkommen anderes als das, woran der Verstand als Erstes denkt. Und mit dem zufrieden zu sein, was wir jetzt haben oder gerade bekommen, ganz egal, in welche Richtung unser Verstand interpretiert, ob es zu viel ist oder zu wenig, ist eine Art Abkürzung. Dann musst du den langen Weg des Reichtums und des Strebens nach Materiellem nicht gehen. Verrückterweise habe ich den Eindruck, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass du doch reich wirst, auch materiell. Aber es könnte dir kaum egaler sein. Es ist immer das gleiche Leben. Ob du gerade auf einer goldenen Kloschüssel sitzt oder in den Wald kackst, macht einfach keinen Unterschied.