Du zeigst dich nicht der Welt. Du zeigst dich immer nur dir selbst. Es gibt außerhalb von dir niemanden, der dich sehen müsste. Voraussetzung dafür, dass du das nicht nur verstehst, sondern auch machst, ist, dass du erkennst, dass du dich selbst beobachten kannst. Und dann darfst du nichts Verrücktes daraus machen. Dann muss dir klar sein, dass du die Zitate oder die Aussagen der Lehrer und auch deine eigenen Erkenntnisse nicht die ganze Zeit parat haben musst. Das heißt, du musst sie nicht auswendig lernen. Sie müssen dir nur im richtigen Moment einfallen. Falls du da noch am Anfang stehst, kann sich das seltsam anfühlen oder schwierig anhören, aber deine Erkenntnisse, deine echten Erkenntnisse bekommen einen Automatismus, den du nicht mehr aufhalten kannst. Deshalb ist es so wichtig, dass durch einen Lehrer die Quelle in dir angezapft wird und dass du nicht nur Übungen, die gerade in sind, auswendig lernst oder Zitate, die sich gut anhören, einwandfrei rezitieren kannst oder dich mit anderen darüber unterhältst, wer richtiger liegt. Mooji oder Eckhart Tolle. Das ist nicht der Sinn davon. Der Sinn davon ist, dass du das, was die Lehrer sagen, verstehst auf einer tieferen Ebene, als dein Verstand angesiedelt ist, indem du es fühlst, während du einen tiefen Einblick in dich selbst hast oder dadurch bekommst, weil du dich selbst reflektierst, wie es bei dir tatsächlich ist. Das heutige Zitat hat eine zweite tiefe Wahrheit, die ist ein bisschen versteckt, aber nicht arg versteckt. Du kannst dich gar niemandem anderen zeigen als dir. Es gab noch nie jemanden, der dich gesehen hat, außer dir. Das bedeutet nicht, dass du nicht schon mal Verbindung gefühlt hast oder dass du dich noch nie verstanden gefühlt hast. Das war alles der Fall. Genauso wie du dich auch mal abgelehnt gefühlt hast und nicht gesehen. Aber es gab ja noch nie einen anderen, der dich wirklich sehen konnte. Wie sollte das denn gehen? Wie sollte jemand dein Innerstes wirklich sehen können, so wie es für dich ist? Es mag, vielleicht kann man dazu sagen, medial begabte Menschen geben oder Menschen mit Einfühlungsvermögen und da spricht auch überhaupt nichts dagegen. Trotzdem hat dich noch nie jemand so gesehen, wie du dich von innen sehen kannst. Kein anderer hat deine Gedanken, kein anderer hat deine Gefühle. Wie kommen wir auf die absurde Idee, dass wir uns der Welt zeigen müssen, wenn die meisten von uns noch nicht einmal in der Lage sind, sich selbst zu zeigen? Du kannst und musst deshalb auch jede Hoffnung aufgeben, dass dich ein anderer retten könnte. Das wird nicht passieren. Du musst dich in diesem Sinn selbst retten. Niemand wird das für dich tun können. Es gibt Menschen, die dir helfen können. Das steht außer Zweifel. Aber es gibt niemanden, der das für dich tun kann. Wenn du diese beiden wesentlichen Aspekte verstanden hast von diesem Zitat, dann könnte es sein, dass dir schlagartig bewusst wird, was in deinem Leben bisher schiefgelaufen ist. Und zwar wenn du versucht hast gesehen zu werden, von anderen oder sogar von der Welt, oder wenn du Sichtbarkeit angestrebt hast, dann hast du etwas versucht, was von vornherein ausgeschlossen ist. Das, was du versuchst, ist unmöglich, deshalb musst du scheitern. Wie dieses Scheitern aussieht, ist eine andere Frage. Bei manchen sieht das erfolgreich aus nach außen, die werden dann sichtbar und Multimillionäre. Aber mach dir da nichts vor. Das bedeutet gar nichts, absolut gar nichts. Selbst wenn sie es erreicht haben, was sie versucht haben, was nur bedeutet, dass sie denken, sie hätten es erreicht, haben sie es in Wahrheit nicht erreicht, weil es nicht möglich ist. Es geht nicht. Du kannst nur in der Illusion leben, dass es geklappt hat. Und diese Illusion streben wir alle an. Und dieses Streben macht uns das Leben schwer. Also machen wir uns das Leben schwer. Wir müssen also einfach nur aufhören, Unmögliches anzustreben. Und dann in kleinen Schritten das anstreben, was möglich ist.