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    14.4.2022AQ 1602
    »Alles, wovor du Angst hast, ist im Erleben selbst nicht so schlimm wie in der Angst davor.«
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    Alles, wovor du Angst hast, ist im Erleben selbst nicht so schlimm wie in der Angst davor. Die Angst vor einer Situation ist nicht die Situation selbst. Die Angst ist ein mentales Konstrukt, das sich nie erfüllt. Und nur dann, wenn du das, wovor du Angst hast, niemals ausprobierst, kannst du diese Angst aufrechterhalten. Die meisten Menschen leben genau so. Nur deshalb können sie ihre Ängste konstant aufrechterhalten. Sie schieben ihre Ängste vor sich her, ohne aber jemals zu überprüfen, ob sie in der konkreten Situation tatsächlich Angst hätten. Angst ist ein Gefängnis deines Verstandes. Angst ist ein mentales Gefängnis. Unsere gesamte Programmierung läuft über Angst und unsere Programmierung ist unser Gefängnis. Würden wir öfter ausprobieren, ob die Angst oder das Gefühl, vor dem wir Angst haben, in der Situation, vor der wir Angst haben, tatsächlich eintreten würde, könnte es zwar sein, dass wir ein paar Mal ein kleines bisschen auf die Schnauze fallen, aber wir würden auch in diesen Situationen erkennen, dass es immer dann, wenn etwas eintritt, das wir bisher vermieden haben, Möglichkeiten und Wege gibt. Und meistens würde überhaupt nicht das passieren, wovor wir Angst hätten. Oft sogar entweder gar nichts oder sogar etwas Positives. Das können wir uns aber nicht vorstellen. Einmal weil wir es nicht oft genug erlebt haben und zum anderen weil unser Verstand gar keine Lust hat, sich das vorzustellen und sich vehement weigert. Und weil wir es uns nicht vorstellen können, versuchen wir es erst gar nicht. Und nur darin liegt das Problem. Das Problem liegt nicht in der Angst, auch nicht in der Angst vor der Angst. Und es liegt auch nicht in der Situation, vor der wir Angst haben, falls wir sie denn jemals überhaupt erleben. Das Problem liegt darin, dass wir durch ein mentales Konstrukt eine Barriere aufbauen, sodass wir es erst gar nicht machen. Das heißt natürlich nicht, dass du, während du dieses mentale Konstrukt aufbaust, keine Angst haben kannst. Es kann sehr gut sein, dass du aufgrund dieser mentalen Konstruktion tatsächlich Körperempfindungen fühlst. Denn so funktioniert unser Verstand, unser Geist, unser Gehirn — wie immer du dazu sagen willst. Wir können uns etwas vorstellen und das kann sich real anfühlen und trotzdem ist die Situation, die du dir vorgestellt hast, nicht real, obwohl die Körperempfindung sehr real ist für dich. Aber die Situation, die du dir vorgestellt hast, die ist nicht hier, die ist imaginiert. Und da stellt sich die Frage: »Warum imaginieren wir ausgerechnet die Situationen, vor denen wir Angst haben? Und warum stellen wir uns nicht diejenigen Situationen vor, die wir in Freude, in Liebe und Erfüllung erleben?« Es ist ganz einfach. Das eine wurde uns vorgelebt und das andere nicht.