Wenn Geld nicht zu mir kommen will, muss ich ihm auch die Freiheit geben, nicht zu kommen. Umgekehrt genauso. Die Spirituellen wissen ja immer ganz genau, dass du alles zu dir kommen lassen musst. Sie vergessen dabei: Genauso musst du aber auch allem die Freiheit geben, nicht zu dir zu kommen. Dieses Zu-dir-kommen-Lassen und Zulassen ist ein Trick in der spirituellen Szene. Du musst dich ja nur öffnen, nicht? Du musst ja nur bereit sein zu empfangen. Was, wenn du gerade nicht empfangen sollst? Was, wenn gerade nichts zu dir kommt? Was natürlich nicht stimmt, es kommt immer etwas zu dir. Du musst nur verstehen, dass dein Verstand etwas anderes will als das, was kommt. Aber wir lullen uns lieber ein oder wir lassen uns lieber einlullen von schönem spirituellen Gesäusel. Es geht aber nur darum, eine einzige Sache zu erkennen. Der Teufel ist der Verstand. Der sagt dir, was er gerne hätte. Er sagt dir, wie es zu laufen hat, damit das okay ist. Er sagt dir, wann du etwas machen sollst, was du machen sollst und was du erreichen solltest. Was, wenn es jetzt schon okay ist? Und nicht nur okay, sondern sogar richtig und wichtig, damit du es erlebst? Was, wenn gar nicht mehr zu dir kommen muss, als bereits zu dir kommt? Kannst du das Spiel sehen? Kannst du es verstehen? Siehst du den Teil in dir, der immer mehr will, der mit dem, was er hat, nie zufrieden ist? Kannst du sehen, dass dieser Teil nicht echt ist? Kannst du sehen, dass das nicht du bist? Die ganze Sache ist viel einfacher, als sie dir erzählt wird. Du musst dich gar nicht öffnen. Es ist alles bereits so, wie es sein soll — und zwar selbst dann, wenn du gerade verschlossen bist. Du brauchst auch gar nicht mehr wollen. Mehr will dein Verstand, mehr will dein Ego. Es will immer mehr. Es ist nie genug. Es könnte immer noch schöner sein. Und dabei erzählt dir dein Verstand eine Lüge nach der anderen. Mit vielen Wünschen, die du dir bisher gewünscht hast, wenn die in Erfüllung gehen würden, würdest du gar nicht klarkommen damit. Wir realisieren das nur viel zu spät. Ich habe das große Glück, dass ich das nicht nur an mir selbst entdeckt habe, sondern dass ich auch Menschen begleiten darf, die, zumindest einige davon, genau das erleben. Ihre Wünsche werden plötzlich erfüllt und es erfüllt sie gar nicht. Oder es werden Wünsche erfüllt, die andere hätten, aber sie nicht und sie können sich gar nicht freuen. Du kannst auch immer wieder lesen, dass du dich daran erinnern solltest, was du bereits geschafft hast, was du schon alles erreicht hast. Auch das ist nicht notwendig. Diese Momente sind bereits vorbei. Du kannst damit natürlich dein Ego aufpolieren, du kannst dem Teufel in dir, deinem Verstand mehr Macht geben — musst du aber nicht. Es ist vollkommen unwichtig, es ist total irrelevant, was du geschafft hast. Es ist auch nicht wichtig, was du erreichen willst. Es gibt dieses Sprichwort »Ein erfüllter Wunsch gebiert sieben neue.« Ich habe den lange nicht verstanden. Mittlerweile ist er mir vollkommen klar. Ich brauche nichts wünschen. Es ist der falsche Antrieb. Er kommt aus der falschen Ecke. Er kommt aus der Ecke, die verführbar ist, der man schmeicheln kann und die sich verbiegen würde dafür, dass man sie lobt, dass man sie toll findet. Du musst dich also für nichts öffnen. Du musst nichts annehmen. Du kannst alles so sein lassen, wie es jetzt bereits ist, denn es ist bereits gut. Es genügt vollkommen, wenn du das erkennen kannst, wenn du sehen kannst: Natürlich gibt es überall Optimierungspotential und du kannst dich irrsinnig stressen damit — musst du aber nicht.