Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    • Audioquickies
    • Entbildung
    • Kryptogold
    • Goldesel
    • Kostenlos
    • Shop
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    Start
    AQ
    Anmelden
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    © 2026 Stefan Hiene
    ImpressumDatenschutzAGBKontaktKaffeeHilfe
    Alle Audioquickies
    10.4.2022AQ 1598
    »Die Obrigkeit hört erst auf zu herrschen, wenn die Untertanen aufhören zu kriechen.«
    0:009:49
    »Die Obrigkeit hört erst auf zu herrschen, wenn die Untertanen aufhören zu kriechen.« Friedrich Schiller Opfer und Täter waren noch nie getrennt. Sie bedingen sich gegenseitig. Diese Erkenntnis ist nicht angenehm und entsprechend häufig wird sie vermieden oder verdrängt oder auch schöngeredet. Es ist nicht schön, es ist anstrengend und es ist schwer zu erkennen und wenn man es erkennt oder erkannt hat, macht es trotzdem noch keinen Spaß. Wir verstehen noch, dass es stimmt, dass jeder Täter ein Opfer braucht und sich dieses Opfer sucht. Das passt in unser Narrativ. Das können wir zulassen. Was uns extrem schwerfällt, ist zu sehen, dass es umgekehrt genauso ist. Jedes Opfer braucht einen Täter. Ohne Täter kann ein Opfer kein Opfer sein. Und die Reaktionen, die auf so etwas kommen, gehen ganz schnell in die Richtung, dass man jetzt den Opfern die Schuld in die Schuhe schieben will — und darum geht es nicht. Es geht weder darum, den Tätern die Schuld in die Schuhe zu schieben, noch den Opfern. Es geht darum, einen Mechanismus zu erkennen, der tief in uns verankert ist und tief in uns wirkt. Ein Täter, der kein Opfer findet, weil niemand mehr bereit ist, Opfer zu sein, kann auch kein Täter mehr sein. Das bedeutet nicht, dass man die Schuld beim Opfer sucht. Es bedeutet, dass man erkennt, dass es die Gegensätze braucht und wenn ein Gegensatz oder ein Extrem keinen Gegenpart findet, dann kann dieses Extrem auch nicht ausgelebt werden. Und es gibt noch einen weiteren Trick, den der Verstand anwendet. Der denkt nämlich, es muss schon perfekt sein, bevor es so werden kann. Der versteht nicht, dass du alleine und nur du entscheiden kannst durch bewusstes Erleben, dass du sehr wohl aus einer Opferrolle als auch aus einer Täterrolle aussteigen kannst. Der Verstand versteht nicht, was Friedrich Schiller in diesem Zitat gesagt hat. Er versteht nicht, dass es genügt, dass ein einziger Untertan aufhört zu kriechen. Dadurch verändert sich sein Leben. Dadurch verändert sich die sogenannte Obrigkeit — als allererstes in ihm. Hinterher hat das natürlich auch Auswirkungen außerhalb. Was Friedrich Schiller da sagt, ist unfassbar. Es bedeutet nämlich, wir brauchen keine Demonstration und wir brauchen auch keine Revolution. Er sagt vom Prinzip her: »Die nächste Revolution findet innen statt.« Aber nur sehr wenige Menschen verstehen, was das bedeutet. Es bedeutet, dass man nicht auf die Straße gehen muss, um etwas zu verändern. Es bedeutet, dass die Revolution in dir stattfindet und nicht außerhalb von dir. Und es bedeutet, dass diese innere Revolution, die in dir stattfindet, dafür sorgt, dass sich etwas verändert, wovon du glaubst, das könnte nur eine äußere Revolution verändern. Und das, nämlich dass die nächste Revolution innen stattfindet, ist wahrhaftig revolutionär. Es ist radikal revolutionär. Denn es geht zu deiner Wurzel. Es geht an die Wurzel allen Übels und diese Wurzel allen Übels liegt nicht außerhalb von dir. Die liegt genau wie auch jede Wurzel von allem Schönen in dir und sonst nirgendwo. Bei dieser inneren Revolution geht es nicht um deinen Widerstand. Es geht nicht darum, dass du die Obrigkeit ablehnst. Es geht nicht um deinen Widerstand zu äußeren Umständen. Es geht nur um deine Abkehr von dem, was dir nicht gut tut. Doch bevor du dich abwenden kannst, kommt ein wesentlicher Schritt, den viel zu viele vergessen und übersehen. Du musst erstmal erkennen, was dir nicht gut tut. Und du musst es bewusst wahrnehmen, dass es dir nicht gut tut. Und dann brauchst du nicht mehr dagegen kämpfen. Dann hast du es erkannt und du kannst es einfach sein lassen und du kannst dich anderen dir wichtigeren, schöneren, interessanteren Dingen zuwenden. Nimm dir für diesen Prozess Zeit, ruhig ein paar Jahre! Du hast eh nichts anderes mehr vor. Es gibt keinen Grund für Hektik. Es gibt keine Dringlichkeit. Und es ist sehr wichtig, dass du all die Punkte, wo du nicht mehr kriechen willst, bei dir selbst erkennst. Die kann dir niemand sagen. Niemand kann dich dort hinführen. Diesen Weg musst du alleine gehen.