Wenn du deine persönliche Krise als Krise wahrnimmst und nicht mehr verdrängst, gibt es keine äußere Krise mehr. Jede Krise ist deine persönliche Krise. Und wenn du das realisierst, sind alle äußeren Krisen beendet. Du merkst dann, dass wirklich alles in dir ist. Menschen, die vor 2020 persönliche Krisen hatten und diese nicht mehr verdrängt haben, sondern sie in der Tiefe erlebt haben, haben erlebt, dass diese zwei Jahre Krise keine waren. Sie haben ihre persönliche Krise so tief angesehen, dass es keine äußeren Krisen mehr geben kann. Sie sind deshalb vielleicht trotzdem irritiert, aber äußere Krisen werfen sie nicht mehr aus der Bahn. Denn sie haben realisiert, dass diese Krisen immer in ihnen stattfinden. Und in dir ist etwas nur dann eine Krise, wenn du damit nicht umgehen willst, wenn du es lieber verdrängst, wenn du es lieber schön hättest — so wie vorher. Das wird nie passieren, denn das ist noch nie passiert. Noch nie war irgendetwas wie vorher. Hinterher war immer alles anders. Nach jedem Moment, nach jedem erlebten Moment kommt ein anderer. Es verändert sich. Es bleibt nicht gleich. Es ist auch gar nicht so gedacht, dass es gleich bleiben sollte. Die meisten Menschen verdrängen Krisen lieber. Sie möchten wieder funktionieren. Sie möchten dazugehören und die unangenehmen Gefühle lieber verdrängen. Krisen sind immer innen — nie außen. Sie finden in dir statt. Sie können dir helfen, dazu musst du sie aber nutzen. Das Problem dabei ist, dass eine Krise nicht zu dir spricht. Sie sagt dir nicht, wie das geht, wie du mit ihr umgehen kannst. Und darum geht es auch gar nicht, denn die Krise gibt es gar nicht. Es gibt nur dich. Und die Frage ist, wie du mit dir selbst umgehst. Eine Krise wirklich zu durchleben bedeutet nicht, dass du sie aushältst, bis sie vorbei ist. Es bedeutet, dass du bereit bist, tief in sie einzutauchen. Damit tauchst du tief in dich selbst ein. Und für nichts anderes sind Krisen da.