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    17.3.2022AQ 1574
    »Sobald du manifestieren kannst, brauchst du es nicht mehr.«
    0:007:49
    Sobald du manifestieren kannst, brauchst du es nicht mehr. Manifestation ist ein innerer Prozess, der sich selbst überflüssig macht. Du kannst das sogar in den Manifestationsanleitungen lesen. Es steht da drin, dass Manifestation überflüssig wird, sobald du es kannst. Denn einer der wichtigsten Punkte jeder Manifestationsanleitung ist, dass du dich bereits so fühlen musst, als wärst du schon am Ziel. Du musst also jetzt fühlen können, wie es sich anfühlen wird, wenn du am Ziel bist. Es gibt natürlich einen kleinen Haken dabei, nämlich du weißt ja gar nicht, wie du dich fühlen wirst. Es ist nur deine Idee von dem Gefühl, das du fühlen willst. Aber macht nichts, passt auch. Manifestation wird dadurch trotzdem überflüssig, denn in dem Moment, wo du zu jedem Zeitpunkt das Gefühl fühlen kannst; falls das überhaupt geht, das du möchtest, braucht sich außerhalb von dir überhaupt nichts mehr verändern: Denn du hast das Gefühl ja schon gefühlt. Du fühlst dich bereits so, als wärst du am Ziel. Also brauchst du das Ziel nicht mehr erreichen, denn am Ziel angekommen, wird auch nichts anderes passieren, als dass du etwas fühlst. Falls du nach etwas strebst, nach einer Erfahrung oder oft ist es ja dann doch noch eher der materielle Besitz und du erreichst es, dann interpretierst du, dass du deshalb ein bestimmtes Gefühl fühlen wirst, ohne es aber zu wissen. Du denkst es nur. Und diejenigen, die ihre Ziele erreichen, merken im Eifer des Gefechts überhaupt nicht, dass sie erstens nicht das fühlen, was sie erwartet haben und dass sich diese Krake des Wünschens und Manifestierens immer weiter in sie hineinfrisst. Sie merken gar nicht, dass sie durch die Wunscherfüllung gar nicht glücklicher oder zufriedener sind, als sie vorher bereits waren oder als sie vorher, auch ohne das Ziel zu erreichen, sein könnten. Wir überspringen den Punkt, den wir fühlen müssten. Nämlich wenn wir etwas erreicht haben, dann müssten wir innehalten und genau nachschauen, in uns gehen und überprüfen, ob es stimmt, ob wir recht hatten, ob wir uns auf das richtige Gefühl gefreut haben. Dazu kommen wir aber nicht, denn Manifestation ist ein Kreislauf, der nie aufhört — dieser Wunsch, dieser Drang, dieses Erreichen Wollen. Nicht umsonst gibt es dieses geflügelte Wort: »Ein erfüllter Wunsch gebiert sieben neue.« Es ist wie eine Hydra. Du wirst nicht fertig, also bist du im Manifestationswahn gefangen. Das will natürlich niemand zugeben und deshalb fällt es auch niemandem auf. Damit ist Manifestation, wie sie aktuell gelehrt wird, überhaupt nicht spirituell. Ganz im Gegenteil, sie unterstützt dein Ego massiv. Du brauchst keine Fähigkeit zu manifestieren. Dein Leben manifestiert sich in jedem Moment. Wenn dir das auffällt, merkst du, wie absurd Manifestation ist. Dein Ego will aber die Wünsche natürlich nicht aufgeben und deshalb sucht es sich einen besser klingenden Namen für Wünsche, Ziele und so weiter. Und es sagt halt dann Manifestieren dazu. Echte gelebte Spiritualität beinhaltet keine Wünsche, keine Ziele und keine Visionen. Sie können hier und jetzt gar nicht existieren.