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    16.3.2022AQ 1573
    »Unrecht gibt es nicht.«
    0:005:17
    Unrecht gibt es nicht. Es gibt nur verschiedene Programmierungen und dadurch unterschiedliche Sichtweisen. Und deshalb ist es schwierig bis unmöglich, Unrecht von außen zu bewerten. Meistens ist es so, dass sich diejenigen Menschen ganz besonders stark beschweren, die Unrecht von außen bewerten und selbst nicht in dieser Situation sind und oft sogar gar nicht waren. In dieser Position und aus dieser Position heraus bist du kein Teil der Lösung, sondern ein Teil des Problems. Wirklich sinnvoll etwas dazu zu sagen, ist es erst, wenn du in dieser Situation bist, wenn du es selbst erlebt hast oder selbst erlebst. Die Lösungen, die daraus entstehen, sind vollkommen andere. Oft ist es sogar so, dass gar keine Lösung gebraucht wird. Das kann nur der Außenstehende nicht verstehen, weil er Angst vor dieser Situation hat. Ich möchte dir ein Beispiel erzählen, das ist viele Jahre her und das war im Satsang mit Soham. Und es saß eine Frau vorne, die Angst vor Krieg hatte, die Angst davor hatte, in den Luftschutzkeller zu müssen und Angst vor Bomben. Ich weiß nicht mehr genau, was Soham gesagt hat. Ich vermute, er hat ihr gesagt oder sie gefragt, wie es sich anfühlt, wenn sie diese Angst hat. Und anschließend kam ein alter Mann und der hat gesagt, er hat das erlebt, er musste als Kind in den Luftschutzkeller. Und es war die schönste Zeit seines Lebens. Er hat sich wohl gefühlt, er hat sich sicher gefühlt, er war geborgen. So sehr kann man sich als Außenstehender, der vor etwas Angst hat, täuschen. Niemand täuscht sich absichtlich, aber wir verstehen nicht, was uns antreibt. Wir verstehen nicht, warum wir helfen wollen. Wir verstehen nicht, warum wir Unrecht bekämpfen wollen. Und wir verstehen nicht, wie falsch wir damit liegen können.