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    12.3.2022AQ 1569
    »Vertrauen ist der Wegfall von Misstrauen.«
    0:008:22
    Vertrauen ist der Wegfall von Misstrauen. Vertrauen ist nichts, was du erlernen kannst. Es ist dein natürlicher Zustand. Deshalb kannst du nicht ins Vertrauen gehen. Vertrauen ist keine Aktivität. Es ist nichts, das du machen kannst. Was du machst, ist misstrauisch zu sein und Misstrauen kann wegfallen. Ohne Misstrauen ist alles vertraut. Ohne Misstrauen bist du zurück in deinem kindlich-naiven Ursprung. Als Kind hast du nicht Vertrauen gelernt, du hast Nichtvertrauen gelernt, also Misstrauen. Dir wurde beigebracht, dass es gefährlich ist zu vertrauen. Und dein ursprüngliches, vollkommen natürliches Vertrauen wurde überschrieben von Misstrauen. Es ist aber nicht weg. Es ist nur verschüttet. Es liegt immer noch ganz natürlich und vollkommen normal unter deinem Misstrauen. In dem Maß, in dem Misstrauen wegfällt, erscheint deshalb ganz natürlicherweise wieder dein ursprüngliches Vertrauen. Wenn du versuchst, ins Vertrauen zu gehen, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass dir das gelingt. Und selbst wenn es dir gelingt, dann nur auf Kosten der Verdrängung des Misstrauens. Verdrängung ist aber nicht die Lösung. Die Lösung ist, dass das Misstrauen wegfällt. Das kannst du nicht erzwingen, du kannst es nicht machen, du kannst nur fühlen, wie falsch es sich anfühlt, dass du der gesamten Welt misstraust. Dieses Misstrauen muss sich schlecht anfühlen, denn so ist dein Leben nicht gedacht. Alles, was gegen dein Leben gerichtet ist, fühlt sich schlecht an. Das ist dein Navigationssystem. Dieses Navigationssystem arbeitet aber im Vergleich zu den anderen, die du sonst kennst, nicht außerhalb von dir. Es ist dein inneres Navigationssystem. Dein Navi sagt dir deshalb nicht: »Der ist schlecht. Der ist falsch. Da darf ich nicht hingehen.« Sondern dein Navigationssystem zeigt dir durch Gefühle, also Körperempfindungen, wann und wenn du einen falschen Gedanken, eine falsche Programmierung oder Ähnliches hast. Es zeigt dir, wo du innerlich falsch abgebogen bist. Im Vergleich zu der Idee eines strafenden Gottes oder auch der Idee von negativem Karma steht dein Navigationssystem aber nicht mit erhobenem Zeigefinger da. Es will gar nichts von dir — außer dein Erkennen. Und damit du erkennen kannst, löst es unangenehme Körperempfindungen aus. Das ist das gesamte Geheimnis. Darüber spricht aber kaum jemand. Denn die meisten wollen das ganz schnell überspringen oder hinter sich lassen. Jedes unangenehme Gefühl, als ob man das in ein paar Stunden oder ein paar Tagen alles erlösen könnte. Stattdessen bleibt es eine konstante Aufforderung zur Selbstreflexion. Und wenn du denkst, du bist fertig, dann kommt das nächste Thema. Dein Navigationssystem überfordert dich also auch nicht. Es ist sanft zu dir. Eins nach dem anderen. Und selbst das Thema Vertrauen kannst du unter verschiedenen Gesichtspunkten beziehungsweise in verschiedenen Situationen erkennen. Einmal geht es um Geld, dann geht es um Partnerschaft, dann generell um Beziehungen und am Schluss um dein Vertrauen zu dir selbst.