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    9.3.2022AQ 1566
    »Wenn wir Angst vor Konsequenzen haben, machen wir uns klein.«
    0:008:25
    Wenn wir Angst vor Konsequenzen haben, machen wir uns klein. Konsequenzen sind von uns selbst oder von anderen ausgedacht. Die meisten, sowohl dein eigener Verstand als auch der Verstand der anderen, arbeiten bei Konsequenzen mit Angst. Denn mit Angst bist du leichter steuerbar, man könnte auch sagen, manipulierbar. Mit der Angst vor Konsequenzen ziehst du zum Beispiel das, was du gesagt hast und wozu du auch tatsächlich stehst, ganz schnell wieder zurück. Du machst einen Rückzieher aufgrund von Angst. Das ist natürlich vollkommen verständlich und nachvollziehbar und auch normal. Die Frage, die sich stellt, ist nur: Warum lässt du dir Angst machen? Und warum nimmst du die Angst ernst? Weshalb hast du noch nie einen anderen Weg gewählt, als vor der Angst zurückzuschrecken und dich klein zu machen? Und ich meine damit nicht, dass du kämpfen sollst. Darum geht es überhaupt nicht. Es geht nicht darum, den bisherigen Rückzug in Aggression zu verwandeln. Es geht vielmehr darum, ob es dir möglich ist, dich dieser Angst zu stellen, indem du dich ihr aussetzt.Und zwar bewusst, indem du dir selbst sagst: »Okay, ich bin bereit.« Diese Art, mit der Angst umzugehen, ist ein Türöffner und zwar vor allem ein Türöffner in erster Linie dafür, dass du bereit bist, die Angst im Körper zu fühlen. Die ziehst dich nicht zurück, du bekämpfst niemanden, sondern du beobachtest dich bewusst. Du beobachtest, was passiert, wenn dir jemand Angst vor Konsequenzen macht. Bei den meisten passiert das so schnell und auch immer mit einer guten rationalen Begründung, dass sie es gar nicht mitbekommen. Sie bekommen nicht mit, dass erst ein Gefühl da ist. Dann kommt die Interpretation, dass das das Gefühl der Angst ist. Und dann kommt eine automatische Handlung oder ein automatischer, programmierter Gedanke, wie du das vermeiden kannst. Was du vermeiden willst, ist nicht die Konsequenz, vor der du Angst hast, sondern die Körperempfindung, die du als Angst bezeichnest. Eine ganze Menge Therapien und Coachings setzen auf der Gedanken- und Handlungsebene an. Es ist aber extrem schwierig, dort etwas zu verändern, wenn du den Ursprung, den Grund dafür nicht kennst. Und der Grund dafür sind nicht wirre Gedanken oder wirre Verhaltensmuster. Die sind nur die Folge deiner Körperempfindungen. Die sind nur dazu da, um deine Körperempfindungen zu unterdrücken. Die haben also einen sehr logischen und anfangs auch sinnvollen Zweck. Als Kind konntest du einfach bestimmte Gefühle nicht fühlen und du hast Muster und Mechanismen entwickelt, wie du sie unterdrücken kannst. Jetzt wärst du langsam, aber sicher in der Lage, diese Körperempfindungen wahrzunehmen und sie bedingungslos zu fühlen, aber du kennst und verstehst den Mechanismus nicht mehr. Du kommst nicht dran ran, weil das ganze System schon so eingefahren ist und so automatisch, dass du es nicht mehr erkennen kannst. Und deshalb bist du unbewusst steuerbar. Und deshalb werden auch dein Verstand und der Verstand der anderen sehr kreativ, wenn er dir die Konsequenzen deines Handelns aufzeigt. Das Ziel dabei ist nicht, dich vor irgendetwas zu bewahren. Das Ziel dabei ist, dich zu kontrollieren.