Gedanken sind ein ständiger Schleier für die Welt. Anders gesagt: Gedankenfrei existiert deine bisherige Welt nicht mehr. Gedankenfrei existiert die Welt nicht mehr. Wir sind so sehr gewöhnt, in Gedanken zu sein, dass wir uns das gar nicht vorstellen können. Und das ist auch nicht vorstellbar und das ist auch nicht schnell erreichbar. Es braucht Übung, es braucht viel Übung. Und üben kannst du mit den geringsten Umständen, mit den geringsten Gedanken, die du zu bestimmten Umständen hast. Du könntest, statt den Gedanken deine Aufmerksamkeit zu geben, die Aufmerksamkeit von den Gedanken abziehen. Niemand sagt, dass du das tun musst, aber du kannst, wenn du willst. Die Welt existiert nur in unserem Kopf. Da, wo du jetzt gerade bist, gibt es keine Welt. Da gibt es nur dich und du nimmst wahr. Mehr ist da nicht. Mehr wird auch dein gesamtes Leben lang nicht passieren. Die gesamte Welt existiert nur in Gedanken. Um das realisieren zu können, musst du nicht erleuchtet sein, aber du musst diese Übung machen. Du musst deine Aufmerksamkeit von den Gedanken abziehen. Du kannst es auch im Extrem üben, zum Beispiel einen Tag oder eine Woche lang, wenn es geht sogar einen Monat, jeden einzelnen aufkommenden Gedanken ignorieren, ganz egal was er dir sagt. Ob negativ oder positiv — vollkommen egal. Ob wichtig oder unwichtig — vollkommen egal. Einfach ignorieren! Am Anfang kommt gleich der nächste Gedanke, dann einfach wieder ignorieren! Egal wie wichtig, egal wie unwichtig, egal wie positiv, egal wie negativ, egal ob du dabei Gefühle hast oder keine. Im Lauf der Zeit verlierst du dadurch deine Identifikation mit jedem einzelnen Gedanken. Du bist nicht deine Gedanken. Du bist das, was die Gedanken wahrnimmt. Das, was die Gedanken wahrnimmt, kannst du nicht erleben. Denn das, was die Gedanken wahrnimmt, nimmt auch alles andere wahr. Jedes Gefühl, jeden Gedanken, jede Begegnung, alles. Alles wird von dir wahrgenommen. Ein Gedanke genauso wie ein Gefühl. Auch dafür musst du nicht erleuchtet sein. Du kannst das erleben. Du kannst realisieren, dass du nicht deine Gedanken sein kannst, denn sonst könntest du sie nicht ändern. Du musst etwas Stabiles sein, etwas, das immer gleich da ist und sich nicht verändert, denn sonst könntest du nichts wahrnehmen. Es gibt eine Konstante in deinem Leben und die ignorieren die meisten Menschen. Einfach nur deshalb, weil sie sich mit allem Inkonstanten identifizieren. Sie identifizieren sich mit dem Wandel statt mit der Konstante. Diese Konstante kannst du aber nicht erleben. Du kannst dir dessen nur bewusst werden. Du kannst es auch nicht künstlich machen. Sei geduldig! Auch dann, wenn ich die Wörter 'muss' und 'müssen' verwende. Hab Geduld, übe und warte einfach ab, was passiert!