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    25.2.2022AQ 1554
    »Welchen Wert hat es, wenn jemand an dich denkt?«
    0:006:21
    Welchen Wert hat es, wenn jemand an dich denkt? Durch die Idee, dass andere an dich denken sollen, verlagerst du dein Leben nach außen und du machst es abhängig von anderen. Und gleichzeitig stellt sich wirklich die Frage: Warum ist es wichtig, dass jemand an dich denkt? Was bringen dir Gedanken eines anderen an dich? Wir interpretieren das als schön und wir formulieren es als entweder Höflichkeitsgeste, aber selten wirklich von Herzen. Und wir formulieren es im Leid. Wir hätten gern, dass andere an uns denken, als würde uns das etwas bringen, als könnte uns das etwas hinzufügen. Und wir bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn wir nicht an andere denken, wenn wir sie vergessen, weil sie gerade nicht hier sind. Wir bekommen also ein schlechtes Gewissen beim gesündesten Vorgang, den es überhaupt gibt. Wir vergessen etwas, was jetzt nicht hier ist. Das ist das Beste und Spirituellste, das dir passieren kann. Und du bekommst ein schlechtes Gewissen deshalb. Und dann denkst du, du musst dich bei ihm melden, um ihm zu sagen, dass du ihn nicht vergessen hast, obwohl du ihn vergessen hattest. Und dann sagst du ihm, dass du an ihn denkst, als würde ihm das irgendetwas anderes bringen, als einen weiteren Gedanken. Ich weiß, wir wollen von diesen angeblich schönen Vorstellungen nicht loslassen. Wir wollen es nicht radikal ehrlich sehen und wir wollen uns nicht anschauen, wie wir uns mit diesen Floskeln und diesen Behauptungen selbst belügen. Etwas und auch jemand, der jetzt gerade nicht hier ist, ist keinen Gedanken wert. Nicht weil derjenige oder das keinen Gedanken wert ist, sondern weil er jetzt nicht hier ist. Und weil wir damit etwas üben, was uns genau dann, wenn er hier ist, komplett in die Quere kommt. Denn wenn derjenige, der nicht hier war und an den wir gedacht haben, endlich hier ist, beginnen wir an andere zu denken. Wir denken immer an etwas anderes, als an das, was jetzt gerade hier ist. An das, was jetzt gerade hier ist, kannst du nämlich nicht denken, denn es ist ja gerade hier. Du kannst es nur erleben. Du kannst es fühlen, aber du kannst nicht darüber nachdenken. Und weil das nicht geht, weil wir aber üben und trainieren, an anderes zu denken als das, was jetzt gerade hier ist, denkst du wieder an etwas anderes. Und so ist unser ganzes Leben. Du kennst es auch aus der Arbeit. Während du gerade die eine Aufgabe erledigst, denkst du schon an die folgenden Aufgaben. Du bist nie mit dem, was jetzt hier ist. Du bist in Gedanken immer woanders. Und das verkaufst du anderen auch noch als etwas Schönes. Wenn du zurückkommst zu dir und zu diesem Moment, den du gerade erlebst, kannst du an nichts anderes mehr denken. Es fällt dir schwer, die sonst üblichen Gedanken zu denken. Sie kommen einfach nicht.