Wenn du etwas gut machen willst, machst du es schlecht. Wenn du etwas gut machen willst, funktionierst du innerhalb deiner Programmierung — und zwar im doppelten Sinn. Du kannst also etwas gut machen wollen im Sinne von es richtig machen, richtig gut machen. Oder du kannst etwas wiedergutmachen wollen. Und in beiden Fällen machst du es nicht gut, weil dir beides deine Programmierung sagt. Dieser Antrieb ist nicht dein ursprünglicher Antrieb. Das hat man dir gesagt, dass du es wiedergutmachen musst, und man hat dir auch gesagt, dass du alles, was du machst, gut machen musst. Bevor du etwas gut machen kannst und auch bevor du etwas wiedergutmachen kannst, musst du dich außerhalb deiner Programmierung befinden, die eine gesellschaftliche Programmierung ist. Du kannst das momentan sehr gut beobachten. Es gibt viele Menschen und vielleicht gehörst du dazu, die es richtig machen wollen. Das Problem dabei ist, dass sie die Beurteilung von gut und richtig außerhalb von sich suchen. Und selbst wenn sie denken, dass dieses Gut und Richtig aus ihnen selbst herauskommt, können sie nicht sehen, dass es die gesellschaftliche Programmierung ist, die in ihnen wirkt. Sie wollen es immer noch ihren Eltern recht machen. Wirklich gut machen kannst du es erst und auch nur, wenn du die gesellschaftliche Konditionierung verlässt. Dieses Richtig und dieses Gut werden nicht von anderen entschieden. Niemand kann dir sagen, was das ist, denn dieses Gut und dieses Richtig findest du nur in dir. Manche nennen das die Intuition oder deinem Herz folgen — sind nur Umschreibungen für etwas sehr Einfaches. Wenn du bereit und in der Lage bist, alle äußeren Einflüsse und alle inneren Programme zu ignorieren, die auch nur internalisierte äußere Einflüsse von früher sind, wird sich etwas zeigen, womit du nicht gerechnet hättest. Das, was sich da zeigt, muss nicht mit Pauken und Trompeten oder Engelsfanfaren kommen. Das kann auch sehr ruhig und sehr still sein. Das, was sich da zeigt, braucht keine große Show. Du musst nur erkennen, dass das wirklich etwas Neues ist, etwas jenseits deiner Programme und dass du dem jetzt folgen solltest. Sollen nicht deshalb, weil es dich dazu zwingt, sondern weil du damit das Alte hinter dir lässt und weil das, was sich da zeigt, was tatsächlich deines ist, mitunter recht radikal ungewöhnlich und für manche sogar erschütternd erscheinen kann. Und wenn du dich davon abhalten lässt, fällst du sehr leicht wieder in die alten Muster und Programme zurück. Jemand, der es gut machen will oder auch jemand, der es wiedergutmachen will, müsste erst einmal sehr genau untersuchen, ob er überhaupt wissen kann, was das ist und ob er sich bei der Einschätzung auf andere oder auf seinen Verstand, der auch nur andere intern ist, verlässt oder ob er da eine eigene Quelle dafür hat. Jeder Mensch, der sozialisiert wurde, hat diese eigene Quelle verloren beziehungsweise verschüttet. Dieses Verschütten der eigenen Quelle ist der Charakter, ist die Natur von Sozialisierung. Das ist also nicht eine Folgeerscheinung oder ein Nebeneffekt, sondern das ist der Charakter davon. Du stellst andere und die Gemeinschaft über das, was in dir bereits vorhanden ist. Und während es sinnvoll ist, in Frage zu stellen, ob du überhaupt wissen kannst, was gut und richtig ist, macht es dann keinen Sinn, weiter darüber nachzudenken und durch Denken zu versuchen herauszufinden, was du unter gut und richtig verstehst, denn auch das entspringt deinem Verstand. Sobald du die in dir verschüttete Quelle wieder freigelegt hast, ist kein Denken mehr notwendig, um zu wissen, was für dich gut ist, was für dich richtig ist und wie du es wiedergutmachen kannst. Das Wiedergutmachen wird sehr wahrscheinlich sogar wegfallen, weil du erkennst, dass das gar nicht möglich ist. Du kannst etwas nicht wiedergutmachen. Du kannst nur erkennen, was du getan hast. Etwas wiedergutzumachen ist eine massive Programmierung und etwas gut zu machen, etwas richtig zu machen wird für dich eine ganz andere Bedeutung bekommen. Der Perfektionismus wird wegfallen und du wirst das, was du tust, nicht mehr daran messen, ob es perfekt ist, ob du es in den Augen anderer richtig gemacht hast, sondern du wirst es daran messen, wie du dich dabei fühlst. Und wie du dich dabei fühlst, liegt nicht in der Beurteilung anderer. Es gibt niemanden außerhalb von dir, der das bewerten kann. Da kommst nur noch du in Frage. Und unabhängig davon, wie das andere bewerten, hast du es dann zumindest nicht mehr schlecht gemacht. Und natürlich wird auch diese Bewertung im Lauf der Zeit wegfallen, ganz automatisch. Du wirst gar nicht mehr sagen können, ob du es gut oder schlecht, richtig oder falsch gemacht hast. Das ist aber kein intellektueller Vorgang, sondern ein emotionaler und seelischer Vorgang. Es ist eine intensive Entbildung von sozialen und gesellschaftlichen Konstrukten, während deine bisherige Außenorientierung zu einer Innenorientierung wird. Viele Menschen denken, dass sie für diesen Prozess möglichst viele Informationen brauchen. So viele Informationen kannst du gar nicht sammeln, um wirklich einschätzen zu können, was 'gut machen' oder 'wiedergutmachen' ist. Du wirst immer wieder daran scheitern, dass du die Informationen, die Menge an Informationen gar nicht verarbeiten kannst. Und genau deshalb und dafür gibt es die Abkürzung der Intuition. Die Intuition funktioniert vollkommen ohne jegliche Informationsverarbeitung. Sie ist die Abkürzung eines jeden noch so informativen Umwegs.