Kinder sind ein Ego-Killer. Mach nicht den Fehler, sie zu deinem Trigger herabzustufen! Sie triggern dich zwar wahrscheinlich mehr als die meisten anderen Menschen in deinem Leben, aber im Wesentlichen zeigen sie dir und erinnern sie dich an deine eigene Kindheit. Sie erinnern dich an das, was du verloren beziehungsweise aufgegeben hast. Sie erinnern dich an den Kern in dir, der unter all deinen Gedanken liegt. Tatsächlich ist das Ganze nur ein Aufmerksamkeits-Shift. Dein Fokus hat sich verändert. Kinder haben ihren Fokus nicht auf den Gedanken. Sie haben ihren Fokus auch nicht auf ihren Programmierungen, da sie noch keine oder nur wenig haben und sie haben ihn auch nicht auf den anderen. Sie denken nicht: »Was könnten Oma und Opa davon halten?«, oder »Was würden wohl meine Freunde dazu sagen?« Ihr Fokus ist auf diesen Moment gerichtet. Mit Hilfe deiner Kinder, mit Hilfe von Kindern kannst du das wieder lernen. Es geht dabei nicht darum, dass du dich so verhalten musst wie ein Kind, du musst noch nicht einmal mit ihnen spielen. Es geht um etwas viel Wichtigeres. Du musst versuchen, ihr Inneres zu beobachten. Und du musst versuchen, dich in ihre Lage zu versetzen. Du darfst es aber nicht außerhalb von dir tun, also nach dem Motto: »Ich beobachte jetzt ein Kind und das Kind ist mein Forschungsobjekt und ich beobachte da draußen, was mit dem passiert und wie es sich verhält!«, sondern du musst es in dir beobachten. Es kann sein, dass das kompliziert oder seltsam klingt. Das hängt davon ab, wo du stehst und welchen Zugang du zu dir selbst hast. Um diesen Zugang wiederzubekommen, geht es noch nicht einmal darum, dass du wie ein Kind tust oder dass du in Kindersprache mit ihm sprichst oder dich verstellst, um mit ihm zu spielen. Das kann zwar funktionieren, aber es gibt auch viele Menschen, die machen das künstlich. Es ist nicht echt, wenn du nur so tust, als ob. Es geht im Kern um Unbekümmertheit und Unbeschwertheit. Etwas, das dein Verstand nicht zulässt und etwas, das du auch nicht künstlich erzeugen kannst. Dein Verstand ist dieser Leichtigkeit entgegengerichtet. Du musst es wirklich mit jeder Faser deines Körpers wollen und du musst bereit sein, dass dein Verstand stirbt. Alle deine Vorstellungen, alle deine Ideen, alle deine Annahmen, alle deine Urteile — du musst sie alle gehen lassen. All deine Annahmen, selbst diejenigen, die du für absolut gesicherte Erkenntnisse hältst, sind falsch. Das, wovon du ausgehst, dass du Recht hast, sind Programme. Sie sind hartnäckig, aber deshalb nicht wahr. Kinder zeigen dir die Wahrheit jenseits deiner Programme. Sie zeigen dir, dass das, was du denkst, nicht richtig ist. Es geht ihnen noch nicht einmal darum zu wissen, was richtig ist. Darum geht es dir. Und deshalb willst du ihnen was beibringen, während du etwas von ihnen lernen könntest. Sie zeigen dir, wie du einmal warst und sie zeigen dir, was immer noch in dir vorhanden ist. Verschüttet und versteckt, aber immer noch hier.