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    11.2.2022AQ 1540
    »Geduld gibt es nicht.«
    0:005:29
    Geduld gibt es nicht. Es gibt nur die Abwesenheit von Stress. All das, was wir uns positiv vorstellen und wünschen, existiert nicht. Es gibt nur das, was außerhalb unserer Natur liegt. Und außerhalb unserer Natur liegt das sogenannte Negative und das stresst uns. Wenn dieser Stress wegfällt, erscheint nicht das Positive, sondern das Negative verschwindet. Und Geduld ist ein sehr gutes Beispiel. Stell dir einfach vor, du bist ungeduldig! Das bedeutet, du willst etwas schneller, als es von sich aus entsteht. Du willst es jetzt, nicht später. Das verursacht Stress in deinem System. Du bist gestresst. Ungeduld ist keine Freude, ist keine Entspannung, sondern Anspannung. Und weil du diesen Stress erlebst, denkst du: »Ich wäre gern geduldiger. Ich hätte gerne mehr Geduld.« Doch in dem Moment, in dem deine Ungeduld wegfällt, sitzt du nicht da und denkst: »Oh, ich bin so geduldig. Was für ein geduldiger Mensch ich doch geworden bin.« Falls du das denkst, bist du nicht geduldig, denn dieser Gedanke entsteht immer noch im Widerstand zur Ungeduld. Wenn du frei bist von Ungeduld, brauchst du keine Geduld, denn es stresst dich nichts. Und das gilt für jeden Bereich. Immer wenn wir eine negative Erfahrung machen oder ein sogenanntes negatives Verhalten an den Tag legen, wünschen wir uns das Gegenteil, ohne zu realisieren, dass dieses positive Gegenteil gar nicht notwendig ist. Denn wenn das Negative wegfällt, dann sind wir bereits frei und dann wünschen wir uns nichts mehr. Das Gegenteil des Negativen gibt es nicht. Es gibt nichts Positives beziehungsweise das Positive ist der Normalzustand. Es gibt nur die Abwesenheit des Negativen. In Abwesenheit des Negativen bist du in deinem natürlichen Zustand und dieser Urzustand hat keinen Namen. Er ist nicht das positive Gegenteil von etwas Negativem. Aufgrund des Negativen orientieren wir uns falsch und wünschen uns von ihm weg. Und wir denken, das Beste wäre sein Gegenteil, nämlich das Positive. Dadurch fokussieren wir uns auf etwas, was es so nicht gibt beziehungsweise was wir so nicht erreichen brauchen und auch nicht können, denn das Negative ist nicht unsere Natur. Wenn das Negative wegfällt, gehen wir nicht ins Positive, sondern zurück zu unserer ursprünglichen Natur.