Die wesentlichste Erkenntnis, die du haben kannst: Alles entsteht in dir. Es entsteht auch dann in dir, wenn es nur die Interpretation der äußeren Einflüsse ist. Du bist sehr überzeugt davon, dass das Äußere eine Wirkung auf dich hat, dass es dich beeinflusst und sogar manipuliert. Tatsächlich bist du das selbst. Selbst dann, wenn dich jemand wirklich manipulieren möchte. Ein Mensch, der nicht manipulierbar ist, kann nicht manipuliert werden. Nur weil es immer wieder in dir entsteht und immer wieder in dir auf die gleiche Art und Weise entsteht und dadurch den Anschein erweckt, als würde es von außen kommen, heißt nicht, dass diese Stabilität nicht in dir ist. Wir erzeugen sehr stabil wieder und wieder ähnliche Umstände in uns. Nicht weil wir wollen, wir sagen sogar, dass wir es nicht wollen und trotzdem geschieht es wieder und wieder. Und wir fragen uns: »Warum passiert das immer mir?« Tatsächlich fragen wir uns das aber nicht wirklich, sondern es ist unser Vorwurf an die Welt. Würden wir uns wirklich fragen und würden wir uns erforschen wollen, so könnten wir uns diese Frage mit Interesse stellen: »Warum passiert das immer mir? Wie mache ich das? Wie bekomme ich das wieder und wieder und wieder hin?« Wir können uns diese Frage nur deshalb nicht mit Interesse stellen, weil wir die Situation bewerten. Wir bewerten sie negativ. Wir bewerten das, was in uns entsteht und dann scheinbar von außen auf uns zukommt als schlecht. Diese Bewertung zerstört unser Interesse. Doch selbst, wenn wir etwas Positives erleben, das von außen auf uns zukommt, haben wir kein Interesse daran herauszufinden, wie das funktioniert. Wir sind selbst bei positiven Ereignissen nicht bereit, genau hinzuschauen. Würden wir das tun, würden wir genauestens beobachten, was geschieht, wären wir bei positiven Ereignissen ernüchtert. Wir würden nämlich feststellen, dass der Teil, der es gerne tun würde, der sich das Ereignis auf die Fahnen schreibt, der es deinem Können, deiner Intelligenz, deiner Fähigkeit zuschreiben möchte, dass dieser Teil es gar nicht getan hat. Wir würden feststellen, dass es uns passiert, dass unsere aktive Beteiligung am Schöpfungsprozess nur eingebildet war. Der einfachste Weg zu deiner Schöpfung ist, ihr aus dem Weg zu gehen. Du musst beiseite treten. Du wirst gar nicht gebraucht. Aber diesen Teil hören wir nicht so gerne, denn wir sind ja diejenigen, die die Dinge beeinflussen möchten. Wir möchten Dinge verändern und wir wollen den Weg für Veränderung gar nicht freimachen, indem wir einfach aus dem Weg gehen und uns nicht mehr in den Weg stellen. Wir würden feststellen, dass Negatives gar nicht so schlimm ist und uns Positives gar nicht so glücklich macht, wie wir immer dachten. Und wir würden unter Umständen herausfinden, dass die Situationen, in denen wir uns befinden, Aufgaben sind, die an uns herangetragen werden. Keine Aufgaben, die wir intellektuell lösen sollen, sondern Aufgaben, die wir auf der tiefsten Ebene lösen sollen. Und Aufgaben, die auch nicht bedeuten, dass du keine mehr bekommst, sobald du eine gelöst hast, sondern Aufgaben, die dich Schritt für Schritt eine Ebene tiefer bringen.