Jede Vorstellung steht dem Leben im Weg. Jede Vorstellung ist vor dein Leben gestellt. Aber unser Geist liebt Vorstellungen und wir huldigen ihnen sogar. Wir huldigen jenen, die Vorstellungswelten predigen. Wir finden das gut. Wir sind Vorstellungen verfallen. Wir lieben jene, die uns mehr Vorstellungen geben. Und wir finden diejenigen doof, die uns diese Vorstellungen nehmen wollen. Ich will sie dir nehmen. Du darfst mich dafür auch doof finden. Deine Vorstellungen stehen dir im Weg, sie stehen deinem Leben, wie es für dich gedacht ist, im Weg. Und zwar vor allem jetzt in diesem Moment. Tatsächlich natürlich nur in diesem Moment, denn in jedem Moment, in dem du eine Vorstellung hast, bist du nicht hier. Du bist nicht präsent mit dem, was ist, sondern du stellst dir etwas vor. Du schwelgst in Fantasien und du findest es gut. Und man hat dir auch gesagt, dass das toll ist und dass es sogar hilfreich ist, denn du musst ja manifestieren und eine Vision von der Zukunft haben. Und während du das tust, verpasst du diesen Moment. Du verpasst, wie es jetzt gerade für dich tatsächlich ist. Stattdessen träumst du, wie es sein könnte. Dadurch erlebst du eine seltsame Version deines Lebens. Du erlebst nämlich nicht das, was jetzt gerade wirklich hier ist. Stattdessen erlebst du etwas, was durch Fantasie in dir entsteht. Und damit bist du nie bewusst hier. Deine Wünsche, deine Vorstellungen, deine Visionen und deine Fantasien halten dich davon ab, das Leben so zu fühlen und so anzunehmen und zu leben, wie es jetzt gerade tatsächlich für dich ist. An diese Art zu leben sind wir so sehr gewöhnt, dass wir es uns auch gar nicht anders vorstellen können und dass uns jeder Schritt heraus aus dieser seltsamen Version von Leben verunsichert, irritiert. Und da wird es dann plötzlich ungemütlich, obwohl gar nichts passiert, außer dass du deine Vorstellungen erst einmal Vorstellungen sein lässt und schaust: »Was ist jetzt gerade tatsächlich hier?« Das ist die einzige relevante spirituelle Übung, es gibt gar keine andere. Alles, was sonst noch gelehrt wird, ist meistens keine Spiritualität und es lenkt dich wieder einmal von dir ab. Der Verstand sagt natürlich, dass du das überhaupt nicht tun darfst. Du darfst das Leben nicht so wahrnehmen, wie es jetzt gerade ist. Denn von dem willst du ja die ganze Zeit weg. Und er vergisst dir die ganze Wahrheit zu sagen. Nicht du willst davon weg, er will davon weg. Du identifizierst dich mit ihm und er will auch, dass du dich mit ihm identifizierst. Dadurch denkst du: »Nein, so ist es nicht gut. Ich will das so wie mein Verstand.« Es ist einer der größten Tricks, die er auf Lager hat: Dir glauben zu machen, du seist er. Du bist nicht er. Du bist das, was wahrnimmt. Und das, was wahrnimmt, hat keine Wünsche, hat keine Vorstellungen und braucht keine Verdrängungsmechanismen. Die braucht dein Verstand, weil er glaubt, dass er das Trauma, das er erlebt hat, unter allen Umständen vermeiden muss. Die einzige Chance, aus dem Traum zu erwachen, ist aber dich mit dem Trauma zu konfrontieren und dieses Trauma auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Du kannst ein Trauma auch als Kratzer in der Schallplatte sehen. Da ist die Schallplatte hängengeblieben und da wiederholt sich einfach das, was du schon mal erlebt hast und deshalb versucht der Verstand, das zu vermeiden, damit es sich nicht wiederholt. Du warst als Kind nicht in der Lage, das zu fühlen, das zu erleben, was auch verständlich ist. Es ist kein Vorwurf. Wir sind dazu nicht in der Lage und deshalb verschieben wir das auf später. Und sobald der Moment gekommen ist, dass du in der Lage bist, das zu fühlen, das zu erleben, ist das Trauma überflüssig. Es wird nicht mehr gebraucht. Du brauchst Trauma aber auch nicht auf einmal loslassen. Genau genommen geht das gar nicht. Denn es gibt kein einzelnes Trauma, es gibt nur viele verschiedene Erlebnisse, die viele verschiedene Gefühle in dir auslösen und es gibt Energieblockaden. Es kann sein, dass du bestimmte Gefühle fühlen kannst und andere Gefühle überhaupt nicht und dass du jahrelang nur ein bestimmtes Gefühl fühlen kannst. Und wenn du das lang genug getan hast, kommt plötzlich mal ein anderes, von dem du gar nichts wusstest. Dein Körper hat seine eigene Intelligenz. Du brauchst da gar nicht eingreifen. Er weiß, was gut für dich ist. Verlass die Welt der Vorstellungen und komm in dein echtes Leben zurück!