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    8.2.2022AQ 1537
    »Aufklärung war keine Epoche.«
    0:006:49
    Aufklärung war keine Epoche. Aufklärung ist eine Geisteshaltung. Ich habe nach einer Definition gesucht und Folgendes dazu gefunden: »Die Aufklärung und die wissenschaftliche Revolution wurden von Menschen vorangetrieben, die es wagten, über den Tellerrand hinauszudenken und das, was ihnen beigebracht worden war, in Frage zu stellen.« Und fälschlicherweise wird diese Geisteshaltung für eine Epoche gehalten und diese Geisteshaltung wird als Einbahnstraße gesehen, als hätte das damals einmal stattgefunden, dadurch hätte sich etwas verändert und seitdem ist es so. Mit dieser Geisteshaltung kannst du aber zu jeder Zeit leben. Du kannst es immer wagen, über den Tellerrand hinauszudenken und das, was dir beigebracht worden ist, in Frage zu stellen. In der wissenschaftlichen Literatur wird so getan, als wäre das ein Vorgang, der abgeschlossen sei und als gäbe es jetzt etwas anderes zu tun, als müssten wir jetzt anders mit den Dingen umgehen, weil wir sind ja jetzt aufgeklärt. Jetzt haben wir uns ja den Naturwissenschaften zugewandt und wir sind liberal geworden und wir können uns nicht mehr vorstellen, dass es jederzeit Zeit für die Haltung der Aufklärung ist und dass es jederzeit Zeit ist, die Dinge, die uns beigebracht worden sind, zu hinterfragen. Die Fähigkeit, in Frage zu stellen, was dir beigebracht wurde, ist nicht an eine bestimmte Zeit gebunden. Das ist jederzeit möglich und das solltest du auch jederzeit tun. Denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dir etwas beigebracht wurde, was nicht stimmt, dass Wissen, das du für selbstverständlich hältst, verkehrt ist, dass du in vielen Bereichen nicht die ganze Wahrheit kennst und dass du mit Pseudowissen hinters LIcht geführt wurdest. Die Fähigkeit, alles zu hinterfragen und dabei nicht verrückt zu werden, ist Spiritualität und diese Fähigkeit gilt es zu entwickeln in allen Bereichen. Da sich die meisten Menschen aber mit dem identifizieren, was sie gelernt haben und was sie meinen zu wissen, geht diese Fähigkeit direkt gegen ihr Ego. Unser Selbstbild ist das Bild eines Wissenden. Wir wollen jemand sein, der sich auskennt, wenigstens in einem Teilbereich des Lebens. Und damit kreieren wir eine Illusion. Eine Illusion, die wir in Frage stellen müssen, wenn wir frei sein wollen und wenn wir uns spirituell entwickeln wollen. Deine spirituelle Entwicklung ist direkt damit verbunden, ob du altes Wissen, mit dem du dich identifiziert hast, loslassen kannst. Und zwar ohne, dass du es gleich wieder mit neuem Wissen füllst. Das ist kein Perspektivenwechsel, wo du einfach nur deine Meinung änderst oder dein Wissen, sondern das ist deine Öffnung für alles, für jede Perspektive, während du dich mit keiner dieser Perspektiven mehr identifizierst und jedes Wissen jederzeit verworfen und erneuert werden darf.