Ein Profi ist bereit, immer wieder Anfänger zu sein. Ein Profi, der dazu nicht bereit ist, hat die Grundlage des Lernens und des Wachstums verlassen. Das gilt insbesondere und in ganz großem Maß für die spirituelle Arbeit. Nicht dass du Spiritualität in diesen Kategorien messen könntest, aber die Haltung deines Geistes kannst du daran messen. Du kannst erkennen bei dir, ob du bereit bist, immer wieder Anfänger zu sein oder ob du denkst: »Ich bin jetzt der Profi. Jetzt kann ich es.« Es geht nicht darum, die Spiritualität zu bewerten, sondern es geht darum, die Haltung deines Geistes zu erkennen. Und unser Geist wird ganz schnell selbstzufrieden und überheblich. Er denkt, jetzt kann er es und dann bildet er sich etwas darauf ein. Das Gegenteil davon heißt Demut. Und Demut kannst du nicht machen, aber sie ist eine natürliche Folge dieser Haltung, die ich im heutigen Zitat beschreibe. Wenn du jederzeit bereit bist, Anfänger zu sein, hat es der Geist sehr schwer mit dir beziehungsweise er hat es sehr schwer, Überheblichkeit zu entwickeln und es entstehen im Gegenteil Demut und Hingabe. Das heutige Zitat gilt aber natürlich auch für alle Bereiche, in denen du gut werden willst im Sinne von fähig, wenn du bestimmte Fähigkeiten erlernen willst. Sehr viele Profis kommen immer wieder zu den Grundlagen zurück. Sie üben immer wieder die Grundlagen und natürlich tun sie das auf einem höheren Niveau im Vergleich zu einem Anfänger und trotzdem ist es die gleiche Übung wie als Anfänger. Immer wieder Anfänger zu sein, hat einen wesentlichen Vorteil. Du darfst nämlich auch immer wieder Fehler machen. Anfänger dürfen Fehler machen. Viele verrennen sich auf dem Weg zum Profi, zum Experten in einem bestimmten Gebiet in Perfektionismus. Sie glauben entweder von Anfang an oder ab einem bestimmten Punkt, dass sie jetzt keine Fehler mehr machen dürfen. Und das verhindert die gesamte Entwicklung. Die Idee, fehlerfrei sein zu müssen, weil du jetzt kein Anfänger mehr bist, sondern Profi, verhindert, dass du Profi wirst.