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    6.2.2022AQ 1535
    »Angst und Panik sind nicht schnell.«
    0:006:49
    Angst und Panik sind nicht schnell. Sie fressen sich ihren Weg ganz langsam in unser Bewusstsein. Im Ursprung sind Angst und Panik sehr schnelle Reaktionen. Aber bei Gewöhnung sind sie so langsam, dass sie nicht mehr erkannt werden können von uns. Es gibt zur Zeit eine Menge Menschen, die behaupten, sie hätten keine Angst. Und das ist eine Lüge, wahrscheinlich keine bewusste, aber sie haben gar nie nachgeschaut. Sie haben vielleicht nicht das, was man als Angst- oder Panik-Reaktion bezeichnet und sie fühlen die Angst wahrscheinlich noch nicht einmal im Körper. Aber genau darum geht es ja: Die Gefühle werden nicht im Körper gefühlt, sie werden gedacht und in diesem Denken liegt der Trick. Denn einerseits denkt man, man hat ein Gefühl, andererseits denkt man, man hat dieses Gefühl nicht. Beides ist kein Gefühl, sondern Denken. Die Gefühle liegen verborgen und begraben. Und weil wir in unserem Geist nicht so beweglich sind und nicht zugeben wollen, dass es sein könnte, dass wir Angst haben, dass wir mit Angst programmiert sind, tun wir einfach so, als wäre alles okay und deshalb können wir die Manipulation nicht entdecken. Wir können sie wirklich nicht sehen. Einfach deshalb, weil wir nicht zugeben können, wie sie wirkt. Aber sie wirkt, auch unbewusst, gerade unbewusst wirkt sie. Sobald du dir deiner Gedanken und deiner Gefühle bewusst wirst, wirkt sie nicht mehr so gut oder sogar gar nicht mehr. Es ist also gar nicht eine Frage der Angst. Es ist nicht die Frage, ob du an Angst denkst oder ob du Angst fühlst. Es ist eine Frage deines Bewusstseins. Dein Bewusstsein entscheidet darüber, ob die Angst- und Panik-Strategien bei dir wirken. Es macht nichts, wenn du traumatisiert bist, die meisten Menschen sind traumatisiert. Es macht nichts, wenn du dich in deine Kindheit zurückversetzt fühlst. Es ist sogar gut, wenn dir das auffällt, denn dann kann niemand mehr so tun, als ginge es um das, was sie behaupten. Du weißt, worum es dir in dir geht. Du kennst den Auslöser. Du kennst die Angstgedanken und du kennst auch die Körperempfindung, die du als Angst bezeichnest. Wenn dir all das bewusst ist, wirst du dir deines Inneren wieder bewusst und du realisierst, dass es nicht von Äußerem abhängig sein kann und du kannst sehen, wie sich Angst und Panik ganz langsam in dein Bewusstsein fressen, wenn du nicht aufpasst. Wenn du nicht jeden Gedanken beobachtest, wenn du nicht jede Körperempfindung beobachtest, dann entsteht ein Automatismus, eine Programmierung. Und wenn du dir dieser Programmierung nicht bewusst bist, denkst du und sagst du: »Ich habe keine Angst!«, machst aber alles, was von dir verlangt wird und findest das sogar noch richtig gut.