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    23.1.2022AQ 1521
    »Wenn Menschen ihre eigenen Emotionen nicht kontrollieren können, müssen sie versuchen, das Verhalten anderer Menschen zu kontrollieren.«
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    »Wenn Menschen ihre eigenen Emotionen nicht kontrollieren können, müssen sie versuchen, das Verhalten anderer Menschen zu kontrollieren.« John Cleese (Monty Python) Er beschreibt damit den Zustand der Menschheit in einem einzigen Satz. Genauso ist es! Genau darum geht es uns! Genau das ist unser Fokus! Genau darauf konzentrieren wir uns und wir halten das für richtig. Das Problem ist nicht, dass wir es tun, das Problem ist, dass es uns nicht auffällt. Und falls uns jemand darauf hinweist, wollen wir es nicht wahrhaben und wir wollen nicht glauben, dass daran etwas verkehrt sein könnte oder dass wir uns dadurch sogar selbst schaden beziehungsweise dadurch genau das Leben haben, das wir nicht so gerne mögen. Wir wollen nicht verstehen, dass genau dadurch alle Komplikationen unseres Lebens zustande kommen. Ohne unseren Versuch, das Verhalten anderer Menschen zu kontrollieren, um damit unsere eigenen Emotionen zu verändern, wäre die Welt eine vollkommen andere und es ist egal, ob dann auch die äußere Welt eine vollkommen andere wäre. Die erste Welt, die sich nämlich verändern würde, wäre unsere innere Welt und natürlich würde das dann irgendwann auch zu Veränderungen der äußeren Welt führen. Aber die wären marginal — egal wie groß sie wären im Verhältnis zu der Veränderung unserer inneren Welt. Aber auch das ist etwas, was unser Verstand nicht gerne hört, der interessiert sich nämlich ständig für die Veränderungen in der äußeren Welt und er stellt sich dann selbst die Frage: »Oh, was würde wohl passieren, wenn sich in mir was verändern würde? Was dann da draußen alles anders wäre? Hui, hui, hui.« Und tatsächlich ist es vollkommen egal, weil das Wunder bereits passiert, wenn sich in dir etwas verändert. Da ist dann keine äußere Veränderung mehr notwendig und trotzdem verändert sich etwas außerhalb. Es ist aber nicht mehr relevant, es bringt dir nichts mehr, es setzt da nichts drauf auf deine innere Veränderung. Es bringt natürlich nichts, wenn du gelernt hast, deine Emotionen zu kontrollieren in dem Sinn, dass du in der Lage bist, sie zu unterdrücken oder zu verdrängen. Deine Emotionen kontrollieren zu können bedeutet, dass du sie fühlen kannst. Denn solange du sie verdrängst oder unterdrückst, kommt der Wunsch, andere Menschen oder deren Verhalten zu verändern und kontrollieren zu wollen, immer wieder. Der verschwindet nicht dadurch, dass du deine Gefühle im Griff hast. Menschen, die ihre Gefühle im Griff haben, sprich verdrängen, runterschlucken, die brauchen irgendwo ein Ventil und entwickeln deshalb Auffälligkeiten und seltsame Verhaltensweisen. Es bringt nichts, wenn du dich zusammenreißen kannst, wenn du dich beherrschen kannst. Natürlich ist es gut, zwischendurch vielleicht nicht komplett auszuflippen oder zumindest nicht ständig komplett auszuflippen, aber es geht nicht darum, dass du lernst, dich zu beherrschen, denn dich zu beherrschen bedeutet, das Gefühl zu verdrängen. Wenn du in der Lage bist, das Gefühl zu fühlen, dann ist keine Beherrschung, weder von dir noch von deinem Gefühl, notwendig. Denn du bist in der Lage, es vollkommen wahrzunehmen, so wie es wirklich ist. Und dann willst du es gar nicht mehr verdrängen, weil es gar nicht mehr notwendig ist.