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    22.1.2022AQ 1520
    »Natürlich und selbstverständlich orientiere ich mich an meiner erlebten Realität.«
    0:009:49
    Es gibt zwei Realitäten. Die virtuelle und die erlebte. Woran orientierst du dich? Wir neigen dazu, diese Frage ganz schnell zu beantworten und zu sagen: »Natürlich und selbstverständlich orientiere ich mich an meiner erlebten Realität.« Schau noch einmal genau hin und sei ehrlich zu dir! Beobachte dich besser! Lass ihn nicht so einfach davonkommen! Er liebt es, Spiritualität zu verstehen und abzuhaken. Jeden Tag ein Zitat — check! Das Zitat ist nur die Quintessenz aus Leben und wahrhaftige Zitate entstehen, je tiefer wir in die Lehre eintauchen. Weisheit ist ein Gradmesser der Lehre und die kannst du nicht oder zumindest solltest du sie nicht auf die übliche Art und Weise konsumieren. Dein Verstand macht das aber gern und sagt: »Ja, ja klar, habe ich verstanden. Echt jetzt. Es gibt zwei Realitäten, virtuelle und erlebte. Und ich orientiere mich natürlich an der erlebten. An was denn sonst? Was glaubst du? Was denkst du von mir? Was glaubst du denn, wie ich drauf bin?« Und das ist schon die virtuelle Realität, in der du lebst, ohne dass du es merkst und er würde das natürlich nie zugeben. Es geht aber auch nicht darum, die virtuelle Realität abzuschaffen, sondern es geht erst einmal nur darum zu erkennen, dass wir in zwei Realitäten leben. In der tatsächlich erlebten und in der gibt es gar nicht so viel. Da gibt es Gefühle und Empfindungen. Du siehst, du hörst, du riechst, du schmeckst. Da gibt es keine Urteile und da ist es meistens sehr, sehr einfach und still. Und dann gibt es die virtuelle und da sind sehr viele Gedanken, die sich sehr real anfühlen und wo wir geneigt sind, ganz schnell zu sagen: »Doch, doch, das ist meine erlebte Realität. Echt jetzt! Wirklich!« Und währenddessen verstehen wir nicht, dass diese angeblich erlebte Realität nur existiert, weil wir gerade etwas denken und entweder denken wir an die Vergangenheit oder an die Zukunft. Denn hier existiert das alles nicht. Hier gibt es keine virtuelle Realität. Viele Menschen haben zur Zeit verständlicherweise Angst. Ich kann das wirklich gut nachvollziehen. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir aber feststellen, dass diese Angst tatsächlich nur der virtuellen Realität entspringt und so ist es mit den meisten Ängsten. Wenn du wirklich Angst hast und wenn diese Angst tatsächlich deiner gerade erlebten Realität entspringt, fühlt sie sich vollkommen anders an als die Angst in der virtuellen Realität. Und ich bin mir sicher, dass du beides kennst, Angst in der virtuellen Realität sowieso, aber du kennst auch die Angst in der erlebten Realität. Vielleicht sind dir zum Beispiel mal Hunde begegnet und du bist gerannt und hattest Angst oder vielleicht wollte dich mal jemand verprügeln? Es gibt unzählige Möglichkeiten, unzählige Situationen und diese Angst ist echt und an der orientierst du dich automatisch und das ist auch vollkommen okay. Dafür ist sie da. Aber die Angst in der virtuellen Realität nutzt dir absolut überhaupt gar nichts. Wir sind aber ganz fest der Meinung, dass sie voll hilfreich ist. Sie hilft uns nicht. Ganz im Gegenteil, sie ist kontraproduktiv, sie behindert dich, sie verhindert, dass du das tust, was du wirklich tun willst. Die virtuelle Angst ist nicht echt. Sie ist aus einem ganz einfachen Grund nicht echt. Sie basiert auf Gedanken, die nicht echt sind. Denn wenn du jetzt an etwas denkst, was in der Vergangenheit war oder was in der Zukunft passieren könnte, ist nicht hier. Es ist in deiner Fantasie. Es ist eine virtuelle Realität. Manche glauben, dass die virtuelle Realität erst noch kommt in Form von Technologie. Sie ist längst hier! Wir leben zu neunundneunzig Prozent und mehr in unserer virtuellen Realität aus Gedanken, die Fantasien sind und die etwas in uns projizieren, was jetzt gerade tatsächlich nicht hier ist. Alle unsere Reaktionen basieren auf unserer virtuellen Realität. Sobald du diese virtuelle Realität verlässt, wirst du keinen Grund mehr finden, reagieren zu müssen.