Deine Schöpfung ist unabhängig von deinen Umständen! Du bist die Schnittstelle der Unendlichkeit, an der sich Gott selbst erfährt. Ein Schöpfer interessiert sich nicht für die Ergebnisse seiner Schöpfung. Das mag paradox klingen, ist es aber nicht. Denn ein Schöpfer lebt jetzt in diesem Moment. Und er kann sich keine Gedanken darüber machen, was aus seiner Schöpfung, die jetzt gerade stattfindet, einmal wird. Er darf sich auch gar keine Gedanken machen, denn sobald er sich darüber Gedanken macht, verpasst er den Moment seiner Schöpfung. Und wenn er den Moment seiner Schöpfung verpasst, dann ist es keine mehr. Ein Schöpfungsprozess bricht mit deiner Programmierung. Das ist der eigentliche und auch der einzige Sinn von Schöpfung. Schöpfung, so wie sie gedacht ist, ist nicht einfach nur ein Produktionsprozess, denn sonst könntest du auch einfach alles mechanisch abarbeiten und in diesem Zustand sind wir meistens noch. Wir wollen Dinge erledigen. Wir wollen fertig werden, was total absurd ist und was nur bedeutet, dass uns das, was wir gerade machen, keinen Spaß macht. Immer dann, wenn du mit etwas fertig werden willst, macht es mehr Sinn, es überhaupt gar nicht erst anzufangen. Ja, ich weiß, das klingt mal wieder so wahnsinnig radikal, aber ich meine es wirklich so, wie ich es sage. Jede Tätigkeit, die du beginnst, um damit fertig zu sein, solltest du nicht beginnen und natürlich schreit dein Verstand: »Ja, aber Stefan, das geht doch nicht. Du weißt nicht, was ich alles zu tun habe.« Ja, weiß ich nicht, aber ich hatte auch eine ganze Menge zu tun, dachte ich zumindest, und dann habe ich begonnen aufzuhören. Ich habe aufgehört, mit Tätigkeiten zu beginnen, die ich nur gemacht habe, um fertig zu sein. Und natürlich ist mein Verstand genau wie deiner vollkommen ausgeflippt. Und trotzdem habe ich diese Übung zelebriert und als ich das gemacht habe, ist mir immer bewusster geworden, wie sehr mich mein Verstand stresst und was er mir alles erzählt und wie wenig das stimmt. Das hätte ich nicht herausgefunden, wenn ich theoretisch darüber nachgedacht hätte. Und solange wir Spiritualität theoretisch im Kopf abhaken, ist es keine. Der einzige Sinn einer Tätigkeit ist deine Selbsterfahrung. Selbsterfahrung, die du so schnell wie möglich beenden willst, ist keine Selbsterfahrung, sondern Verdrängung. Selbsterfahrung, die bestimmte Umstände bevorzugt und andere Umstände vermeiden will, ist auch keine echte Selbsterfahrung, sondern tatsächlich das Gegenteil davon. Selbst erfahren kannst du dich nur dann, wenn du das, was du jetzt gerade tust, auch wirklich willst. Und deshalb erkennst du dich als Schöpfer in deiner Schöpfung und du erkennst dich auch nur in dieser Schöpfung. Außerhalb davon, im Stress, mit Druck und vielen Gedanken darüber, was du noch alles machen solltest, kannst du dich nicht selbst erfahren. Deine Schöpfung ist die höchste Form der Spiritualität. Deine Schöpfung ist Spiritualität. Je weniger Gedanken du dabei hast, desto schöpferischer und desto spiritueller bist du, weil dein Ich verschwindet in deiner Schöpfung.