Auch spirituelle Gedanken sind nur Gedanken. Nach innen zu gehen ist kein Selbstgespräch, es ist auch keine geführte Meditation. Spiritualität ist die Freiheit von Gedanken oder zumindest die Freiheit von stressigen Gedanken. Was nicht unbedingt bedeutet, dass du diese Gedanken nicht mehr haben darfst, dass sie nicht da sein dürfen, sondern es bedeutet, dass du sie haben kannst, während du dich nicht an ihnen orientierst. Spiritualität bedeutet also: Du hörst auf, dich an stressigen Gedanken zu orientieren und das ist natürlich eine ganz schöne Herausforderung, weil der Verstand ja trickreich ist. Wenn du ihn genau beobachtest, wirst du feststellen, dass er sich stressige Gedanken über stressige Gedanken macht oder dass er dir einen stressigen Gedanken präsentiert, falls du einen stressigen Gedanken ignorierst. Und so entdeckst du seine Funktion. Seine Funktion ist nämlich nicht Denken. Seine Funktion ist, dir Stress zu verursachen. Meistens überflüssigen Stress und tatsächlich immer überflüssigen Stress. Sollte wirklich einmal das passieren, wovor dein Verstand Angst hat, hast du gar keine Zeit mehr für einen stressigen Gedanken. Zeit für stressige Gedanken hast du nur, solange sich diese Gedanken nicht bewahrheiten, solange das nicht eintritt, wovor dich diese stressigen Gedanken warnen. Unsere Gedanken sind nicht das, wofür wir sie halten. Wir denken, wir würden denken und realisieren dabei gar nicht, dass es automatisierte Gedanken sind. Gedanken, die einer bestimmten Programmierung folgen. Es sind keine freien Gedanken. Ehrlich und genau betrachtet sind es Zwangsgedanken. Selbst und gerade diejenigen Gedanken, bei denen wir davon ausgehen, dass sie frei entstanden sind, weil wir sie unsere Meinung nennen, sind keine Gedanken. Es ist unsere Intuition und entsprechend unserer Intuition ordnen sich unsere Gedanken. Solange du in Gedanken bist und solange du den Gedanken verfallen bist, gibt es natürlich keine Möglichkeit, das herauszufinden. Denn die Gedanken werden sagen: »Ja, aber das, was der Stefan da sagt, sind doch auch nur Gedanken.« Er ist halt ein Lustiger und du darfst ihn nicht allzu ernst nehmen. Versuch, deine Gedanken zu beobachten! Nimm wahr, was es in dir denkt und schau nach, ob du wirklich die Quelle deiner Gedanken bist! Beobachte dich selbst so genau wie möglich. Dann wirst du feststellen, dass auch spirituelle Gedanken nur Gedanken sind! Vor den Gedanken bist du bereits und vor den Gedanken ist auch alles Wesentliche schon geschehen. Entweder hat dich deine Programmierung im Griff oder du lässt deine Intuition wirken. Wie sich die beiden in Gedanken äußern, ist nur noch zweitrangig. Die Frage ist: Welchem Teil gibst du deine Aufmerksamkeit?