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    22.12.2021AQ 1489
    »Wir gehen mit unseren alten Ängsten in Neues.«
    0:006:49
    Wir gehen mit unseren alten Ängsten in Neues. Dadurch machen wir aus dem Neuen wieder das Alte. Und dann denken wir, wir würden nichts Neues erleben und gewissermaßen stimmt das auch, weil wir unsere alten Ängste mitnehmen und durch unsere Angst verändern wir es wieder und durch unsere alte Angst fühlt es sich genauso an wie vorher. Wir bekommen also gar nicht mit, wenn es etwas Neues ist, weil wir noch mit den alten Ängsten unterwegs sind und eine unserer größten Ängste ist die Angst vor Neuem. So erleben wir niemals etwas Neues, sondern immer nur das Alte, das Wohlbekannte und wir erleben es, wie es schon immer war mit unserer Angst. Und wir trauen uns nicht, diese Angst zu hinterfragen, diese Angst herauszufordern, zu erkunden und zu entdecken, ob diese Angst echt ist, ob diese Angst eine Grundlage in der erlebten Realität hat, weil uns die Angst bereits vorher — bevor wir das überhaupt überprüfen können — von dieser Überprüfung abhält. Wir wollen keine Experimente, wir wollen Sicherheit, wir wollen Konstanz — zumindest unsere Programmierung will das. Zwischendurch meldet sich ein Teil, der gerne was Neues hätte und oft ist dieser Teil ein Widerstand zu dem, wie es jetzt gerade ist und damit ist es perfekte Selbsthypnose, denn einerseits willst du weg von hier, andererseits sagst du dir, du kannst nicht, weil du hast ja Angst — und manchmal ist dieser Teil etwas anderes. Manche beschreiben diesen Teil als dein Herz, deine Intuition, eine Stimme in dir, die dich zurückführen will in das Abenteuer des Lebens. Der Teil, der gar keine Sicherheit braucht, weil er sich selbst in der Unsicherheit wohlfühlt. Der Teil, der dich angstfrei leiten kann. Anfangs ist es natürlich schwierig zu unterscheiden, welcher Teil zu dir spricht, aber je mehr du damit experimentierst, desto einfacher wird es und desto automatischer. Du brauchst irgendwann gar nicht mehr drüber nachdenken, welcher Teil das ist. Es wird dir auf sehr einfache und eindrückliche Art und Weise vollkommen klar. Das Neue nicht durch die Schleier der alten Ängste zu sehen, ist eine der größten Herausforderungen. Es ist überhaupt nicht einfach, weil es kein logischer Prozess ist. Es ist ein unbewusster Schleier, den du nicht einfach beiseite schieben kannst, der nicht einfach weg geht, weil du das willst. Dieser Prozess braucht Hingabe und Ausdauer. Es ist nicht wichtig, dass er möglichst schnell beendet ist. Es ist wichtig, dass du ihn begonnen hast.