Du musst nicht raus aus dem System. Das System muss raus aus dir. Du warst niemals in einem System. Das System war schon immer in dir. DU hast es aufrecht erhalten, weil DU an das System geglaubt hast. DU schenkst bestimmten Systemen deinen Glauben und deine Aufmerksamkeit. Dadurch bleiben sie in dir enthalten und erhalten und weil du sie in dir erhältst, kommt es dir so vor und fühlt es sich für dich so an, dass du in ihnen lebst — und das stimmt nicht. Es kommt dir nur deshalb so vor, weil viele in deinem Umfeld dir diese Systeme bestätigen, weil diese Systeme auch in ihnen sind und genau deshalb ist ein Systemwechsel auch das Schwierigste, was du dir vornehmen kannst. Allerdings nicht deshalb, weil du viele Menschen von einem neuen oder anderen System überzeugen musst, sondern deshalb, weil du selbst an gar kein neues System glauben kannst, da das alte noch so stark in dir wirkt. Du kannst noch kein neues System in dir etablieren und erschaffen, weil du den Glauben an das alte System noch nicht verlieren kannst oder willst. Du kannst es dir noch gar nicht vorstellen, wie es ohne dieses etablierte System in dir funktionieren sollte, denn du glaubst auch, dass du alles ändern müsstest, was außerhalb von dir ist. Manche haben zum Beispiel die Idee, sie dürften kein Geld mehr nutzen. Das weißt du aber gar nicht. Auch das ist eine Idee innerhalb deines bestehenden Systems und natürlich wird dein System in dir auch von außen bestätigt aus einem ganz einfachen Grund: Systeme sind Massenpsychosen jenseits der tatsächlich erlebten Realität. Das kannst du gerade sehr gut beobachten. Aus einer Massenpsychose, also aus einem System kommst du dementsprechend nur heraus, wenn du deine tatsächliche Realität wieder erlebst. Für viele Menschen ist das fast unmöglich, weil sie nicht verstehen, dass ihre erlebte Realität jenseits ihres Denkens existiert und zwar immer mindestens auch parallel — parallel zu deinen Gedanken. Allerdings sind die Gedanken teilweise und häufig so stark, dass wir die tatsächliche, parallel existierende Realität nicht mitbekommen. Wie schwer es uns fällt, ein System zu wechseln, kannst du vielleicht erahnen, wenn du dir vorstellst, dass du einfach in ein anderes System von heute auf morgen gehen musst. Stelle dir einfach mal vor, du müsstest ab sofort in einer sizilianischen Mafia-Familie in der Cosa Nostra leben und alles, was dort innerhalb deren System vollkommen normal ist, mitmachen. Du denkst vielleicht, dass das ein extremes Beispiel ist, aber so geht es uns bei allem, bei jedem Systemwechsel, denn jeder Systemwechsel IST extrem. Aber bei einem Systemwechsel hast du wenigstens noch ein neues System und entgegen unserer Vermutung gewöhnen wir uns relativ schnell an neue Systeme. Wir sind einfach sehr anpassungsfähig. Was die Meisten von uns aber unter allen Umständen vermeiden wollen, ist, das alte System nicht zu ersetzen und trotzdem abzulösen. Unser Verstand vermutet, dass wir dann keinen Halt mehr hätten und dass wir Systeme zur Orientierung bräuchten und genau deshalb kann er sich auch nicht vorstellen, was Intuition ist, und er kann auch nicht sehen, dass jeder Mensch eine ihm innewohnende Moral hat, die ihn sicher leitet. Wir gehen aufgrund von unserer Erziehung, also von der Einführung in das bestehende System davon aus, dass es Regeln braucht, die wir nicht brechen dürfen, damit wir zusammenleben können und wir haben Angst vor der sogenannten Anarchie — was übrigens nicht Chaos bedeutet, sondern »Frei von Herrschaft«. Wir haben Angst, dass dann die Welt, das System — und wir damit natürlich auch — zusammenbricht. Und deshalb tun wir uns so schwer, diese Reise anzutreten, diese Reise, das System aus uns herauszubringen, ohne es durch ein neues System zu ersetzen — kein neuer Glaube, keine neuen Regeln, keine neue Moral. Aber erst, wenn wir das tun, entdecken wir wieder unsere Intuition und vor allem das, was schon immer in uns war und jenseits der gedachten Realität existiert hat. Es war nur von dem System in uns verdeckt.