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    6.12.2021AQ 1473
    »musst die Großzügigkeit des Lebens genießen!«
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    Du. musst die Großzügigkeit des Lebens genießen! Großzügigkeit ist keine Einbahnstraße. Als Einbahnstraße funktioniert Großzügigkeit nicht, denn für jeden, der bereit ist zu geben, braucht es einen, der bereit ist zu empfangen. Großzügigkeit existiert also nicht nur durch großzügiges Geben, sondern auch durch die Annahme dessen. Annahme ist für viele Menschen der schwierigere Teil. Annahme ist die größte beziehungsweise größere Herausforderung. Wenn du gibst, kannst du immer noch auf Dankbarkeit hoffen von deinem Gegenüber und du kannst dir selbst die Sankt-Martins-Geschichte erzählen, wie großzügig du bist. Wenn du empfängst, wenn du eine großzügige Gabe annimmst, ist das die größere Herausforderung, denn du bekommst die Idee, dass du jetzt in der Schuld des Gebenden stehst. Ab diesem Zeitpunkt hast du die ganze Zeit im Hinterkopf, dass du etwas schuldig bist und diese Idee geht nicht so schnell weg — ganz im Gegenteil: Die bleibt und hält sich hartnäckig. Und das ist die große Herausforderung am Annehmen. Deshalb können wir Großzügigkeit nicht genießen. Wir können sie nicht vollkommen bedingungslos annehmen. Wir wollen unsere Schuld wieder ausgleichen, weil wir denken, wir würden in der Schuld stehen, weil wir nie gelernt haben, dass Annahme genauso wichtig ist wie die Gabe. Es wurde immer das eine glorifiziert und beim anderen war klar, dabei kann man es nicht belassen, da muss man sich revanchieren. Und das versaut dir nicht nur die Annahme, sondern dem Gebenden auch seine Gabe. Der kann nämlich nicht mehr bedingungslos geben. Der muss immer damit rechnen, dass er was von dir zurück bekommt und so wird das Ganze ein Psychospiel statt etwas Ehrliches aus dem Herzen und mit Freude. Da wird etwas Verkrampftes daraus, etwas was so gar nicht gedacht ist und das beruht nur auf unserer Unfähigkeit anzunehmen und zwar bedingungslos anzunehmen. Du kannst ruhig danke sagen, aber eigentlich wäre nicht mal das notwendig. Den Gebenden darf es nicht mal interessieren, ob du glücklich bist damit oder dankbar — das ist nicht wesentlich. Die Frage ist: Konnte ER bedingungslos geben und konntest DU bedingungslos annehmen? Bedingungslos bedeutet nicht ohne Dankbarkeit, es bedeutet nur ohne die komische Idee von irgendeinem seltsamen Deal im Hintergrund. Ganz egal auf welcher Seite du dich befindest — ob auf der Seite des Gebenden oder auf der Seite des Annehmenden —, ignoriere einfach jede Idee eines Deals! Ignoriere die Bedingungen! Ignoriere das Geschäft in deinem Kopf, der sich meldet und sagt: »Ah, dem sind wir noch was schuldig.« oder »Woa, dem habe ich jetzt schon so viel gegeben.« Und du kannst dir auch einen Spaß draus machen und ganz gezielt gegen diese Gedanken vorgehen, indem du nochmal gibst und nochmal annimmst und nochmal gibst und nochmal gibst und nochmal gibst. Nicht weil du dann so ein guter Mensch bist, sondern weil das gegen dein Ego geht, weil das gegen deine Programmierung geht. Beginne einfach die Großzügigkeit deines Lebens zu genießen! Es ist wahrlich großzügig zu dir im Kleinen wie im Großen, denn das Größte kannst du nur deshalb nicht sehen, weil dein Verstand im Weg steht. Das Größte ist die Tatsache, dass du existierst. Keine noch so große Gabe dieser Welt kommt an das heran, aber es ist durch unsere Idee von großen Gaben verschüttet.