Jeder Gedanke, der nicht gedacht wird, ist ein guter Gedanke. Der beste Gedanke wurde nie gedacht. Das kann man doppeldeutig verstehen, indem man davon ausgeht, dass der beste Gedanke noch nicht gedacht wurde oder man kann es so verstehen, dass der beste Gedanke derjenige ist, der nicht gedacht wird. Einige Menschen scheinen mit solchen oder ähnlichen Aussagen große Probleme zu haben und zu bekommen, sie scheinen sehr identifiziert mit ihren Gedanken. Viele Menschen haben auch ein Problem, wenn man was gegen den Verstand sagt, denn sie huldigen ihrem Verstand, sie verehren ihn und natürlich ist der Verstand ein gutes Werkzeug, um zu rechnen und auch für andere Überlegungen. Allerdings wurde unser Verstand gehijackt und zwar mit lauter überflüssigen Gedanken und auch mit lauter automatischen und negativen Gedanken und deshalb fällt es uns schwer zu unterscheiden: Was ist jetzt der Bereich, wofür der Verstand ursprünglich ganz gut war und was ist der Bereich, wo wir ihn überhaupt nicht brauchen? Aktuell setzen wir unseren Verstand zu weit mehr als neunzig Prozent in Bereichen ein, in denen wir ihn nicht brauchen. Das heißt, in über neunzig Prozent der Fälle sind wir gehijackt, wurden wir gekapert. Das ist an sich überhaupt nichts Schlimmes, es gibt nur ein Problem beziehungsweise ein Paradox: Unser Verstand neigt dazu, diese Kaperung gut zu finden und nicht nur das, er verteidigt sie sogar noch und im extremsten Fall sogar mit deinem Leben und das ist tatsächlich ein sehr verrückter Zustand. Das zweite große Problem in diesem Zusammenhang ist, dass der Verstand sich nicht vorstellen kann, nicht gebraucht zu werden. Das bedeutet, er denkt, er geht davon aus, dass er dringend benötigt wird und dass es Bereiche gibt beziehungsweise dass die meisten Bereiche seines Wirkens nicht durch etwas anderes ersetzbar seien. Er hält sich für unentbehrlich. Er ist der Meinung, er wird dringend gebraucht. Das ist ein fataler Trugschluss, den du aber nicht auflösen kannst, den du nicht herausfinden kannst, wenn du es nicht ausprobierst und von diesem Experiment hält er dich ja ab, weil er sich ja für unentbehrlich hält. Würdest du mal für einen Monat oder sogar länger das Experiment wagen, jeden einzelnen Gedanken zu ignorieren, würde dir klar werden, wie selten du den Verstand und seine Gedanken tatsächlich benötigst. Du würdest außerdem feststellen können und selbst erfahren, welchen Teil deines Verstandes ich meine. Es ist nämlich der Teil, der dir bei dieser Übung die Hölle heiß macht. Dieser Teil will nicht aufgeben. Er will nicht aufgeben zu denken, denn Denken und Gedanken sind seine Götter. Irgendwo in der Bibel steht: »Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.« Ich bin fast geneigt, diese Aussage umzudeuten, denn das, was durchkommt, wenn du keine anderen Götter mehr hast und wenn du jeden anderen Gedanken-Gott ignorierst, ist etwas, das ist so viel mächtiger, als es sich dein Verstand jemals vorstellen kann. Deine Intuition wird so präzise und so klar, da scheißt sich dein Verstand in die Hose und deshalb will er es nicht zulassen. Er will für dich derjenige sein, der ständig neue Götter produziert. Es macht überhaupt nichts, wenn du nicht verstehst, wovon ich gesprochen habe. Es ist wirklich vollkommen egal. Wenn du diese Übung machst, dann wirst du mich hundert Prozent verstehen und es werden absolut überhaupt gar keine Fragen offen bleiben, aber du musst es tun: Jeden Gedanken, den du denkst, ignorieren! Es macht nichts, wenn du scheiterst und wenn du es vergisst, sobald du wieder daran denkst: Gedanken ignorieren! Und den nächsten Gedanken und den nächsten Gedanken immer und immer und immer wieder — solang bis ER verzweifelt. DER, der da verzweifelt bei diesem Experiment, bist nicht DU und dieser Unterschied wird dir bei dieser Übung klar. Und um diesen Unterschied geht es. Alle meine Erklärungen haben absolut keinen Wert, wenn du es nicht ausprobierst. Du musst es selbst machen.