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    27.11.2021AQ 1464
    »Das ist dein Thema!«
    0:008:12
    »Das ist dein Thema!« ist immer die Wahrheit ... außer es ist gerade mein Thema. Wir machen etwas sehr Absurdes und Lustiges. Wir bringen die Sätze unserer Lehrer, unserer spirituellen Lehrer nach Hause und dann sagen wir sie genau im falschen Moment. Denn die Meisten sagen diesen Satz als Abwehr, weil es tatsächlich gerade ihr Thema ist und nicht das Thema der anderen und das ist die große Kunst der Spiritualität, dass du es wirklich für dich machst und dass du nicht versuchst, andere zu belehren. Die wichtigen und wesentlichen spirituellen Sätze kannst du nur sagen, wenn du wirklich nicht involviert bist und wenn du beim Ausgang des Ganzen keinerlei Vorteile oder Nachteile hast und falls du sie hast oder vermutest, musst du sie vollkommen ignorieren können, das heißt, du darfst nicht an das Ergebnis denken und was es für dich bedeuten könnte. Soweit ich das sehen kann, ist es eine Fähigkeit, die sehr schwierig ist für die meisten Menschen, denn wir fühlen uns immer irgendwie involviert und es ist eine der größten Übungen, dieses Involviertsein herauszunehmen, dieses Interesse am Ergebnis nicht mehr zu verfolgen, denn nur dann bist du wirklich im Moment und nur dann kannst du Spiritualität tatsächlich leben. Aber du lebst sie für dich und nicht, um die anderen zu belehren. Wenn du das nicht schaffst, was ich verstehen kann, weil es ist eine Herausforderung, dann gibt es ein spannendes Phänomen. Du kannst jeden richtigen spirituellen Satz, jede spirituelle Wahrheit genau zum falschen Zeitpunkt sagen, sodass der Satz nicht mehr wahr ist. Das liegt aber nicht am Satz, sondern das liegt an dem, der ihn gesprochen hat. Wahrheit kommt nicht aus Worten, sondern Wahrheit kommt aus der Energie desjenigen, der diesen Satz oder diese Worte sagt. Wenn du das übst, dass du nicht mehr in das Ergebnis des anderen involviert bist, gibt es eine sehr interessante Veränderung. Du könntest noch was sagen, aber du willst gar nicht mehr. Dieser Drang, dieses Bedürfnis fällt einfach weg. Das bedeutet auch nicht, dass du dich nicht mehr aufregen kannst, das kann schon passieren, aber selbst da hast du nicht mehr das Bedürfnis, dem anderen zu sagen, wie sehr du dich über ihn aufregst. Es ist einfach nicht mehr notwendig. Es wird dir vollkommen klar, wie überflüssig das ist, die anderen auf ihre Fehler hinzuweisen. Wir kennen alle die Zitate und Sprüche zu diesem Thema, aber etwas auswendig zu können oder sich etwas zu merken, ist halt die eine Sache und die andere Sache ist, es zu leben. Ein Zitat heißt: »Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.« — und Jesus hat es so ausgedrückt: »Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.« Das ist kein Hinweis auf deine Sünde, sondern das ist ein Hinweis auf die Absurdität, andere auf ihre Unzulänglichkeiten anzusprechen. Wenn du also zu jemandem sagst: »Das ist dein Thema!« — und du fühlst dich gerade unwohl oder du fühlst dich nicht gut, du hast Druck in dir oder Widerstand, dann ist der Satz deshalb nicht mehr wahr, weil du dein Thema noch nicht gefühlt hast und weil du diesen Satz nur verwenden wolltest, um den anderen auf sich selbst zurückzuwerfen, damit er dich nicht mehr konfrontiert, damit du nicht mehr mit ihm konfrontiert bist. Dieser Satz ist und wird erst dann wahr, wenn du alle deine Gefühle zu dieser Situation gefühlt hast und bereit bist zu fühlen, denn dann ist es keine Ablenkung mehr von dir, dann willst du damit kein Ergebnis mehr erzielen, von dir abzulenken oder die Aufmerksamkeit auf den anderen zu lenken. Dann ist der Satz wahr, nur deshalb, weil du ihn lebst. Und so ist es mit allen anderen spirituellen Sätzen auch.