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    26.11.2021AQ 1463
    »Das Einzige, was uns leiden lässt, ist unsere Erinnerung.«
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    Das Einzige, was uns leiden lässt, ist unsere Erinnerung. … und zwar unsere Erinnerung auf zwei verschiedenen Ebenen: Die eine Ebene ist die bewusste und die andere Ebene ist die unbewusste. Die bewusste Ebene ist das, an was du dich erinnern kannst. Also du kannst dich daran erinnern, dass dich gestern jemand angeschrien hat und dann kannst du dich darüber beschweren und darüber denkst du den ganzen Tag nach und den nächsten Tag auch noch und den nächsten Tag auch noch. Und dann triffst du dich mit einem Freund oder mit einer Freundin, um darüber zu sprechen und ihr oder ihm zu erklären, wie blöd das war und wie blöd die ist und der ist. An das kannst du dich bewusst erinnern, das läuft über deinen Verstand. An was du dich nicht erinnern kannst beziehungsweise nur unbewusst erinnern kannst, ist das, was in deinem Körper abgespeichert ist bis auf die Zellebene und natürlich auch in deinem Energiekörper. Während du auf der Verstandesebene noch die Chance hast herauszufinden, was alles abläuft und wenn auch nur der Verstand arbeiten würde, würde es dir gar nichts ausmachen, denn du hättest keine Gefühle dazu, denn die Gefühle sind die unbewusste Erinnerung auf Körperebene und diese Erinnerung, die stresst dich eigentlich. Ein Gedanke alleine kann dich nicht stressen, der ist neutral, jeder Gedanke ist neutral. Die Färbung kommt erst durch die Körperempfindung. Und jetzt rate mal, worum es geht! Es geht einfach darum, alles in dein Bewusstsein zu holen. Die Gedanken genauso, auch die können zwischendurch unbewusst sein, aber vor allem die Ebene, die dir bisher überhaupt nicht aufgefallen ist, obwohl du behauptet hast, dass sie dir auffällt. Du hast nämlich die ganze Zeit von Gefühlen gesprochen, ohne dass du wusstest, wo du sie im Körper fühlst und diese Erinnerung beziehungsweise die Kombination aus diesen beiden Erinnerungsformen — der bewussten und der unbewussten — und der Erinnerung im Verstand — bewusst und unbewusst — und der Erinnerung auf Körperebene — auch bewusst und unbewusst, meistens aber unbewusst —, die lässt uns leiden, weil wir unsere unbewussten Erinnerungen nicht verarbeitet haben. Und dafür gibt es ja auch einen guten Grund. Das sind ja keine angenehmen Erinnerungen und deshalb haben wir sie verdrängt, deshalb liegen sie im Unbewussten und dein Job ist es, dir die bewusst zu machen. Diese Bewusstwerdung findet nicht im Kopf statt. Das heißt, was damit nicht gemeint ist, ist, dass du den ganzen Tag darüber nachdenkst, dass du ja jetzt bewusst bist und dass du bewusst darüber nachdenkst und dass du bewusst fühlst. Das ist kein gedanklicher Prozess, das ist nichts, was du mit deinem Verstand verarbeiten kannst, sondern es ist die Erinnerung an das Unbewusste. Und du wirst es wieder vergessen und dann wirst du dich wieder erinnern und dann wirst du es wieder vergessen und dann wirst du dich wieder erinnern, dann wirst du es wieder vergessen, dann wirst du dich wieder erinnern. Das ist vollkommen normal und vollkommen in Ordnung, genauso funktioniert es. Der Verstand macht einen sehr interessanten Trick, der tut entweder so, als hätte er es begriffen, damit du nichts tun musst, damit du dich nicht erinnern brauchst oder er sagt dir, dass du ja ständig versagst und zwischen diesen beiden Extremen springt er auch noch hin und her und damit hast du einen lustigen Salat und kannst darüber unendlich lang nachdenken. So bleibt er an der Macht, so dominiert er dich, indem er zwischen den beiden Polen springt und er ist auch noch die beiden Pole, so gesehen ein sehr intelligenter Kauz. Damit nutzt er seine Intelligenz, aber nicht für dich, sondern für sich und für sein Überleben. Wenn all deine Erinnerungen im Bewusstsein sind, verbrennen sie im Feuer deiner Präsenz. Auch das sehr wahrscheinlich nicht alles auf einmal, sondern einfach in den Häppchen und Schritten, die du gerade verträgst und verkraftest. Du bekommst nie mehr, als du in der Lage bist zu bewältigen. Die Erinnerung an deine unbewusste Erinnerung ist pure Gnade und viele von uns brauchen auch eine ordentliche Portion Schmerz oder Leid dafür. Es gibt Menschen, die behaupten, das sei nicht notwendig. Wenn sie es so erleben: Herzlichen Glückwunsch an sie! — ist aber nicht meine Erfahrung. Meine Erfahrung ist, dass wir durch den Schatten ins Licht kommen.