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    21.11.2021AQ 1458
    »Spiritualität ist die Grundlage echter Wissenschaft.«
    0:0010:49
    Spiritualität ist die Grundlage echter Wissenschaft. Oder anders gesagt: Ein Wissenschaftler, der sich selbst nicht beobachtet, ist keiner. Ein Wissenschaftler, der nur in der Lage ist, andere und alles andere außerhalb von ihm zu beobachten, ist kein echter Wissenschaftler. Es scheint da ja einen Streit oder Diskussionen zu geben, ob Spiritualität und Wissenschaft zusammenpasst. Das ist so lustig, denn ohne Spiritualität hat jede Wissenschaft keinen Sinn und ohne Spiritualität kann Wissenschaft auch überhaupt nicht funktionieren, weil der Wissenschaftler, der immer subjektiv ist und niemals objektiv sein kann, egal wie sehr er danach strebt oder wie sehr er auch vortäuscht, objektiv zu sein, er ist es nicht und er ist als subjektiver Wissenschaftler immer in das Experiment mit einbezogen. Es kann gar nicht anders sein. Wie konnten wir jemals etwas anderes denken oder annehmen? Ein Wissenschaftler ist Bestandteil des Experiments. Es fängt ja schon mal damit an, dass er die Experimente aussucht, zumindest teilweise, dass er entscheidet, welche Experimente interessieren mich? Warum interessieren die den? Was ist so spannend daran? Was hat das mit ihm zu tun? Das sind die interessanten Fragen. Und selbst wenn er die Experimente nicht aussucht, er ist trotzdem subjektiv beteiligt und kann niemals objektiv sein. Mal ganz abgesehen davon, dass es bei Auftragsforschung immer wieder — und wahrscheinlich häufiger als man denkt — vorkommt, dass die Ergebnisse schon vorher feststehen beziehungsweise dass dem Wissenschaftler schon irgendwie klar ist, was das Ergebnis sein soll. Ich habe sogar mal mitbekommen, dass die Gerichtsgutachten, die Tendenz, die Richtung der Gerichtsgutachten von der Richterin, dem Richter dem Gutachter vorgegeben werden. Das ist mal spannend zu hören, oder? Man dachte ja, der Gutachter sei neutral, ist er natürlich auch nicht und auch der Wissenschaftler ist nicht neutral. Jeder Wissenschaftler, der das behauptet, ist auf dem absolut falschen Dampfer unterwegs und kann gar nicht ernst genommen werden. Das ist überhaupt nicht möglich, das ist vollkommen ausgeschlossen, denn der muss wirklich ganz vorne anfangen, ganz am Anfang, um erstmal zu verstehen: Was ist die Welt? Was mache ich hier? Warum bin ich hier? Was soll das alles? Wer bin ich? Bin ich mein Doktortitel? Es ist lustig, dass da ein Unterschied aufgemacht wird, also dass man sagt, ja, entweder Spiritualität oder Wissenschaft, entweder Religion oder Wissenschaft. Spiritualität ist nicht Esoterik und Esoterik ist von der Definition her eigentlich auch was ganz was anderes, als heutzutage daraus gemacht wird. Esoterik ist das Gegenteil von Exoterik. Exoterik bedeutet außen, also Wissenschaft, Esoterik bedeutet innen, also Spiritualität — und beides gehört zusammen. Wir haben nur so sehr gelernt beziehungsweise wurden so sehr darauf trainiert, dass es auf das Außen ankommt und dass es um eine Außenwelt geht, die auf uns zukommt und die uns dadurch formt und definiert. Und das ist ein fataler Irrtum. Es kann dich zwar temporär formen und auch definieren, aber das, was da geformt wird, das bist nicht du, sondern das ist ein programmierter Teil von dir. Und auch in der Wissenschaft ist es manchmal ein bisschen wie in der Schule oder auch wie in der Politik, du kommst nur weiter, wenn du die richtige Meinung hast. Nur als ein Beispiel mal und das realisierst du natürlich, das kriegst du mit, also das merkst du und das brauchst man dir nicht mal direkt sagen, das reicht, dass du das indirekt mitbekommst und dann orientierst du dich daran. Da könntest du sagen, das liegt ja an der Außenwelt, die ist schuld. Ja, ich merke, der Professor oder der — wer auch immer — Dekan, keine Ahnung, der steht auf bestimmte Ergebnisse oder der steht auf eine bestimmte Richtung und die gibt er mir mehr oder weniger vor, wenn es auch durch die Blume ist. Und das bedeutet, ich fühle mich durch die Außenwelt dazu gezwungen, so zu handeln, sprich: Mich in meiner Forschung anzupassen beziehungsweise sogar mich bei den Ergebnissen meiner Forschung anzupassen. Und das könnte man glauben, bis man draufkommt, dass es doch an dir liegt — nämlich du verfolgst damit ein Ziel und du denkst, das geht nur an dieser Uni zum Beispiel. Und du willst aber dein Ziel nicht überprüfen, du willst nicht herausfinden, worum es dir geht und deswegen denkst du, es wird durch die Außenwelt gesteuert. Tatsächlich wird es durch deine Innenwelt gesteuert — durch deine Wünsche, durch deine Ideen, was du im Leben erreichen willst, durch deine Vorstellungen von Erfolg und deshalb passt du dich an, kannst aber immer die schöne Ausrede haben, die Außenwelt ist schuld, der Dekan wollte es, mein Professor wollte es, mein Doktorvater, wer auch immer. Ein Wissenschaftler, der nicht bereit ist, das zu untersuchen, ist kein Wissenschaftler. Und dabei geht es noch nicht einmal um wissenschaftliche Redlichkeit, sondern es geht darum, dass er sich selbst verstehen muss. Er muss herausfinden, warum macht er das, was er macht. Ein Wissenschaftler, der sagt, die anderen waren schuld, die haben mich dazu gezwungen, ich wollte was ganz was anderes machen, ist ein unfassbar schlechter Wissenschaftler. Die noch schlechteren sind nur die, die das nie herausfinden beziehungsweise die das nie behaupten, sondern die einfach mitmachen und nie überprüft haben, was eigentlich in ihnen vorgeht und die dadurch gar nicht mitbekommen, dass sie sich ständig anpassen — auch vollkommen unbewusst, sogar vollkommen unbeabsichtigt. Einfach nur deshalb, weil sie ein Ziel in sich definiert haben, vielleicht sogar auch unbewusst, das sie verfolgen und deshalb passen sie sich an. Die wissenschaftlichste Eigenschaft, die man haben kann, ist Freiheit und Unabhängigkeit. Und jetzt kannst du dich auf die Suche nach einem echten Wissenschaftler machen. Viel Erfolg dabei!