Künstliche Intelligenz ist nicht intelligent. Intelligenz setzt eine Definition voraus und die kann nur vom Menschen kommen. Wir machen den gleichen Fehler, wenn wir über die Gesellschaft nachdenken. Wir tun so, als gäbe es eine Gesellschaft, aber ohne denjenigen, der wahrnimmt, gibt es gar nichts. Und auch die sogenannte Künstliche Intelligenz hat einen oder mehrere menschliche Schöpfer und diese menschlichen Schöpfer definieren, wie sich diese Künstliche Intelligenz entwickelt — selbst wenn sie der Meinung sind, sie würde das unabhängig von ihnen tun. Keine Schöpfung ist unabhängig vom Schöpfer. Es ist ein Trugschluss, dass wir etwas schöpfen könnten, etwas kreieren könnten, was dann unabhängig von uns ist oder wird. Wir sind von Anfang an beteiligt — selbst dann, wenn wir es leugnen. Auf der intellektuellen Ebene können wir es leugnen, das geht. Und ich verstehe auch die Ängste, die damit verbunden sind und ich verstehe auch die Wissenschaftler, die denken, es wäre unabhängig von ihnen oder von den Schöpfern. Es gibt immer zwei Richtungen der Schöpfung beziehungsweise du kannst Schöpfung in zwei Richtungen betrachten. Die eine Richtung ist von dir ausgehend und das ist eine Möglichkeit und die andere Möglichkeit ist, dass du die Schöpfung bist — also in dich hineinfließend. Was wir kreieren, ist also ganz sicher nicht intelligenter als wir und auch nicht intelligenter als das, was uns kreiert hat. Ein Schöpfer erkennt sich in seiner Schöpfung — und in Abhängigkeit davon, welche Künstliche Intelligenz kreiert wird, können sich die Schöpfer auch in dieser Künstlichen Intelligenz erkennen. Sie können sehen, wie sie selbst sind. Das könnte deprimierend sein, falls sie es erkennen wollen oder erkennen können. Aber es bietet auch Potenzial — eben zur Selbsterkenntnis. Solange wir denken, unsere Schöpfung sei unabhängig von uns, können wir auch der Meinung sein, wir seien unabhängig von unserem Schöpfer. Nur deshalb sind wir überhaupt in der Lage, solche Worte zu verwenden wie Künstliche Intelligenz, weil wir den Schöpfungsprozess nicht verstehen und weil wir im rationalen Teil gefangen sind und uns sogar noch etwas darauf einbilden. Wir finden das toll, dass wir es uns rational erklären können und dabei übersehen wir vollkommen, dass auch diese angeblich rationalen Erklärungen, die wir haben, auf unsere Emotionen übergehen beziehungsweise sogar emotional entschieden werden, ohne dass wir es merken. Denn das, was wir rational erklären und rational schöpfen, wirkt sich emotional aus — so wie es zum Beispiel Menschen gibt, die Angst bekommen vor Künstlicher Intelligenz oder vielleicht Menschen, die dadurch Machtgelüste bekommen. Die gesamte Schöpfung ist unfassbar faszinierend. Du darfst ruhig Angst fühlen, aber lasse dich nicht ins Bockshorn jagen, lasse dir nicht von Menschen, die den Schöpfungsprozess nicht verstehen, erklären, wie die Schöpfung funktioniert. Und lasse es dir auch nicht durch die Wortwahl — wie eben bei der Künstlichen Intelligenz — heimlich unterjubeln. Jeder Wissenschaftler, der den Menschen und die Emotion aus der wissenschaftlichen Gleichung streicht, hat nichts verstanden und seine Wissenschaft ist auf Sand gebaut und das macht sich auch im Leben dieser Wissenschaftler bemerkbar, ohne dass sie es merken, weil die Ratio dominiert und die Ratio unterdrückt die Emotionen. Manchen Menschen gelingt das ihr ganzes Leben.