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    2.11.2021AQ 1439
    »Viele Menschen stehen lieber auf der Seite der Mehrheit als auf der Seite der Wahrheit.«
    0:0012:16
    Viele Menschen stehen lieber auf der Seite der Mehrheit als auf der Seite der Wahrheit. Die Seite der Mehrheit erscheint lange Zeit bequemer, wird aber im Verlauf der Zeit immer unbequemer. Dieses Zitat kannst du einmal rein weltlich betrachten und es stimmt genauso spirituell. Bei der weltlichen Betrachtung ist es offensichtlich, dass es am Anfang bequemer ist, auf der Seite der Mehrheit zu stehen. Du sagst einfach das, was alle sagen oder du übernimmst die Meinung von denen, die zumindest scheinen, die Mehrheit zu bilden und solang diese Mehrheit relativ stabil ist und auch diese Mehrheit auch stabil ist, wird es für dich ganz sicher nicht unbequem, denn du bestätigst die anderen, sie bestätigen dich. Es ist eigentlich auch gar nicht mehr notwendig, darüber zu sprechen, ist eh alles klar. Unbequem wird es erst, wenn die ganze Sache gekippt ist und wenn du vielleicht noch beziehungsweise ganz sicher auf der Seite der Mehrheit von früher stehst und auch immer noch meinst, das war richtig, aber wenn sich der Wind gedreht hat, wird es sehr unangenehm und dann musst du plötzlich so tun, als wärst du gar nicht bei der Mehrheit dabei gewesen. Als wäre das maximal ein Fehler gewesen oder gar nicht beabsichtigt und auch gar nicht so … du bist auch gar nicht dahinter gestanden und alle möglichen anderen Ausreden. Und wir hatten das in der, in unserer Geschichte, in der Geschichte Deutschlands gab es das schon zweimal. Und spirituell hat das nochmal eine vollkommen andere Dimension, denn da geht es nicht um die anderen, sondern da geht es um dich. Und da wird es richtig spannend. Das bedeutet nämlich, dass du, statt deine Wahrheit zu leben, lieber auf der Seite der Mehrheit stehst, also nicht wirklich auf der Seite der Menschen, das wäre die weltliche Betrachtung, sondern es geht ja um deinen inneren Prozess, also von dir aus betrachtet das, was du als normal ansiehst. Das heißt, du stellst dir die Welt in dir vor und denkst: »Das ist normal. So macht man das halt oder so ist es halt. So leben wir hier. So ist die Welt. Und selbst wenn ich wollte, das kann ich aber nicht ändern.« Damit meinst du aber immer die Welt in dir. Also du denkst zwar, dass du die Welt da draußen meinst, aber tatsächlich geht es um die Welt in dir. Das bedeutet, du machst also lieber das, was die Mehrheit macht, die du dir in dir vorstellst. Der einzige Grund aber, warum du hier bist oder warum es überhaupt notwendig ist, dass du hier bist, warum es … was deine Existenzberechtigung sein kann, ist nicht zu sagen: »Ich mache es wie die anderen.«, die gibt es ja schon, sondern der Grund, warum du hier bist, ist, dass du es auf deine Art und Weise machst. Und die meisten Menschen wollen das nicht wirklich wahrhaben, die wollen ihren eigenen Weg solang wie möglich verdrängen und am Anfang geht das auch noch gut und es erscheint dir sogar verhältnismäßig bequem und das wird im Lauf der Zeit aber richtig unbequem, denn du merkst immer mehr, dass es nicht passt. Du merkst immer mehr, dass du dich nur anpasst und dass du das Leben der anderen lebst und nicht deins. Und irgendwann kommen dann sogenannte Katastrophen oder Schicksalsschläge in dein Leben und manche Menschen nehmen das dann zum Anlass, genauer bei sich nachzuschauen und zu gucken: »Was habe ich da eigentlich bisher gemacht?« Die können auch gar nicht anders. Das ist dann keine freie Wahl mehr, sondern das ist fast ein automatischer Prozess, dass sie hinschauen müssen. Sie müssen ehrlich zu sich selbst sein und sie müssen sich die essentiellen Fragen des Lebens stellen: »Warum bin ich hier? Was soll das alles? Was machen wir hier?« Und ich meine das nicht in einem vorwurfsvollen Sinn oder in einem leidvollen Sinn, sondern vollkommen offen: »Was soll das hier? Was machen wir hier? Was wird das, wenn es fertig ist?« Und die Antworten auf solche Fragen, die kommen dann nicht mehr aus der alten Welt, die kommen auch nicht mehr von der Mehrheit und die empfinden wir anfangs auch als unbequeme Wahrheit, denn das bedeutet natürlich, dass unser bisheriges Leben nicht ganz so clever war, dass wir vielleicht falschen Zielen hinterher gejagt sind. Aber leider ist es für viele Menschen so, dass selbst das nicht dazu führt, dass sie sich diese Fragen stellen und sie versuchen zwanghaft das weiterzuleben, was sie bisher gemacht haben und weiterhin zur Mehrheit dazuzugehören. Es erscheint immer noch bequemer. Es erscheint immer noch so, als hätten sie keine andere Wahlmöglichkeit. Das sind aber einfach nur sehr starke, massive Ideen. Und irgendwann muss es so unbequem werden, dass wir aufwachen und die richtigen Fragen stellen und uns beginnen, anders zu betrachten, als wir uns bisher betrachtet haben, wo es uns darum ging, recht zu haben, das Richtige zu tun — eben auf der richtigen Seite zu stehen, die Wahrheit der Mehrheit zu leben, während wir dieses Gefühl, das die meisten von uns eigentlich schon ihr Leben lang haben, das uns irgendwie sagt: »Irgendwas ist hier komisch. Ich weiß nicht, was, aber irgendwas ist komisch. Was wir hier machen, ist nicht normal. Das macht keinen Sinn.« Und das begleitet uns schon so lange und wir sind ihm nie gefolgt, wir wollten einfach diesen einen Schritt nicht machen, dem mal entgegen zu gehen, denn das bedeutet, dass wir das Feld der Mehrheit verlassen müssen. Wir werden die Antworten oder den Ursprung dieser Gefühle, dieser Vermutungen, dieser Zweifel nicht im Bereich der Mehrheit finden, denn dort ist die Wahrheit nicht verankert. Die Wahrheit ist in dir verankert und du hast sie zugunsten der Mehrheit unterdrückt. Deshalb ist die Suche nach Wahrheit immer das Verlassen der Mehrheit.