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    27.10.2021AQ 1433
    »Die Probleme der anderen sind ihre Probleme – nicht deine.«
    0:008:49
    Die Probleme der anderen sind ihre Probleme – nicht deine. Das klingt einfach und logisch, doch in der Praxis scheitern die Meisten. Und das hat damit zu tun, dass wir es verstanden haben, uns aber schwer tun, es zu leben oder es überhaupt nicht leben können. Und es hat nichts mit Verstehen zu tun, sondern es hat damit zu tun, dass du es tun müsstest und damit herausfinden müsstest, ob es wirklich stimmt. Da stehen aber zwei Dinge im Weg, das erste ist die Erkenntnis. Du müsstest herausfinden, wann machst du die Probleme der anderen zu deinen Problemen — und für viele ist es sehr wahrscheinlich ein Fass ohne Boden. Wenn du da mal anfängst zu recherchieren oder genau nachzuschauen, wirst du immer mehr finden. Das heißt, die erste Schwierigkeit, die erste Herausforderung ist, dass wir uns selbst nicht gerne so gut beobachten oder dass wir uns selbst nicht so gut beobachten können und manchmal wollen wir auch leugnen, dass es so ist. Und wenn wir das dann herausgefunden haben, wenn wir diese erste Hürde genommen haben, dass wir es nicht nur verstandesmäßig begriffen haben, sondern dass wir es auch wirklich selbst bei uns sehen, wann wir die Probleme der anderen zu unseren eigenen machen, dann kommt die große Schwierigkeit, dass wir das nicht gewöhnt sind, das nicht zu tun. Das heißt, es braucht irgendwann einmal einen Bruch. Einen Bruch mit deiner Gewohnheit, die Probleme der anderen zu deinen zu machen — und dieser Bruch ist unfassbar schmerzhaft. Der ist so schmerzhaft, dass wir es uns nicht vorstellen können, dass es anders möglich ist. Aber ohne diesen Bruch bringt alles nichts. Du musst es mal ausprobieren, wie es ist, wenn es anders ist. Das ist gelebte Spiritualität — nicht für die anderen oder gegen die anderen, weil du ihnen zeigen willst, dass ihre Probleme nicht deine sind, sondern weil du es für dich herausfinden willst und weil du für dich erkannt hast, dass es ja gar nicht sein kann und weil du das jetzt in der Praxis leben willst. Und das ist noch ein Trick an der ganzen Sache und eine Herausforderung: Wir neigen dazu, es im Widerstand zu den anderen zu tun — und das ist dann nicht ganz echt. Da ist dann so ein bisschen Trotz mit dabei und und »Ich zeige es ihm jetzt.« — aber auch darum geht es nicht, sondern es geht um deinen Schmerz, den du fühlst, sobald du etwas anders tust. Sobald du aus deiner Programmierung ausbrichst, fühlst du Schmerzen und nicht Freude — erst einmal. Und das ist auch die große Illusion einer spirituellen Szene — zumindest eines Teils der spirituellen Szene, wo viele denken, Spiritualität ist zu schweben und immer in Liebe zu sein. Zu dieser Liebe musst du erstmal durchstoßen und die kommt nicht oder nur selten komplett ohne Schmerz — und ist auch vollkommen klar, weil du bist angepasst durch Programmierung und es fühlt sich nicht gut an auszubrechen, es fühlt sich nicht gut an, anders zu sein, es fühlt sich nicht gut an, es anders zu machen, als es dir dein Verstand sagt, der dich ja nur schützen will vor unangenehmen Gefühlen und während das eine gute Sache ist, hat er es übertrieben beziehungsweise versucht er es halt in allen Situationen und das verhindert, dass du jemals herausfindest, wer du bist und wie es ist, wenn es anders ist, als du es gelernt hast. Es ist eine gute Sache, dass dich dein Verstand vor Unfällen bewahren will, aber er schlägt dabei über die Stränge, denn da würdest du Schmerzen fühlen, aber du würdest auch Schmerzen fühlen, wenn du an Emotionen rankommst, die in dir vergraben sind — und da schützt er etwas, was ihn überflüssig machen würde. Es ist also ein mega Unterschied, ob du es verstehst, dass die Probleme der anderen ihre Probleme sind — ist ja auch ganz logisch, das ist ja auch total einfach zu verstehen, das ist jetzt nicht schwierig, im Kopf zu begreifen —, oder ob du es bei dir sehen kannst, dass du es bei dir tust, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass das nur der Anfang ist, also dass du ein Beispiel gefunden hast und wenn du weiter suchst und dich weiter untersuchst, wirst du viele weitere finden und dann kommt der Schritt, das Ganze zu testen, ob es wirklich so ist oder ob es sein kann, dass du es dir eingebildet hast und dass du die Probleme der anderen regelmäßig und gewohnheitsmäßig zu deinen eigenen gemacht hast.