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    13.10.2021AQ 1419
    »Die meisten Menschen sind denkfaul und wollen nur das denken, was sie schon immer gedacht haben.«
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    Die meisten Menschen sind denkfaul und wollen nur das denken, was sie schon immer gedacht haben. Das Komische an der Sache mit dem Denken ist, dass das, was wir denken, oder das, was wir als Denken bezeichnen, gar keines ist. Das Meiste, was wir denken, ist eine Wiederholung dessen, was wir bereits gedacht haben und vor allem dessen, was wir bereits erfahren haben. Das heißt, wir wiederholen unsere Programme. Und wenn wir unsere Programme wiederholen, sind wir in der Opferrolle, weil wir das Opfer sind, weil die Programme genau deshalb entstanden sind, weil wir das Opfer waren. Wir finden nur den Absprung nicht. Also wir finden durch die Programmierung, durch das Trauma den Punkt nicht, an dem es gar nicht mehr so ist, wie wir denken. Und ab diesem Zeitpunkt wiederholen wir die Gedanken, obwohl sie gar nicht mehr real sind. Wir wiederholen vor allem die Opfer-Gedanken, obwohl wir gar kein Opfer mehr sind. Und da das, da dieser Mechanismus den meisten Menschen ihr gesamtes Leben lang niemals klar wird, bleiben sie in ihrem Trauma gefangen. Würden wir wirklich denken, hätten wir neue Gedanken und wir würden und müssten natürlich den Prozess des Denkens überprüfen. Und das ist eine unfassbar spannende Überprüfung. Denn wenn wir untersuchen, woher ein Gedanke kommt und wenn wir ganz genau hinschauen und sehr ehrlich dabei sind, dann finden wir heraus, dass dieser Gedanke nicht von uns kommt und dass es in uns gar keinen Denker gibt. Denn du konstruierst deine Gedanken nicht wie zum Beispiel ein Puzzle, wo du aus vielen verschiedenen Wörtern auswählst und dann ergibt sich ein Satz, sondern Gedanken sind als Ganzes da und du übersetzt sie in Worte und niemand weiß, woher diese Gedanken kommen. In Abhängigkeit davon wie optimistisch oder wie pessimistisch du drauf bist, könntest du entweder sagen, diese Gedanken kommen von Gott oder von einem großen Computer, an den wir alle angeschlossen sind. Es ist eigentlich egal, weil es deiner Wahrnehmung entgeht. Du kriegst es nicht mit. Du denkst den Gedanken nicht. Du formulierst ihn nur noch. Wir haben uns nur im Lauf der Zeit mit den Gedanken identifiziert. Wir dachten, wir sind sie. Und da wir unsere Gedanken nicht verändern, weil wir unsere Programme wiederholen und unsere Traumata pflegen, deshalb denken wir oder deshalb können wir unsere Gedanken mit uns gleichsetzen, weil wir den Eindruck haben, die verändern sich ja gar nicht. Also müssen das wir sein. Gedanken können sich aber verändern. Programme können sich verändern. Sie können sich sogar auflösen. Müssen sie aber auch nicht, es reicht, wenn du erkennst, dass du nicht deine Gedanken, nicht deine Programme und nicht deine Traumata bist. Ob wir also denkfaul oder denkfreudig sind, hängt gar nicht damit zusammen, was wir denken, sondern es hängt damit zusammen, ob wir bereit sind zu erkennen, dass wir nicht diese Gedanken sind — ganz egal ob es stetig immer wiederkehrend die gleichen sind oder ob sie sich ständig abwechseln. Du bist nicht deine Gedanken, sonst könnten sie sich nicht ändern. Was wir als Denken bezeichnen ist nur die Wiederholung unserer Programme. Wenn du erkennst, dass du nicht der Denker bist, kannst du dir erlauben, alles zu denken, was du willst beziehungsweise jeden Gedanken zuzulassen. Wenn du das verstehst, bedeutet das, dass du gar nicht erkennen brauchst, dass du nicht der Denker bist, wenn du jeden Gedanken zulassen kannst. Jeden Gedanken zuzulassen ist bereits die Veränderung. Dadurch wirst du automatisch erkennen, dass du nicht der Denker bist. Es ist also eine hervorragende Übung. Du kannst dir einfach vornehmen, dass du auch immer den gegenteiligen Gedanken zulässt. Du kannst dir ruhig sagen: »Ich bin ein Versager. Ich bin nicht erfolgreich.« Das ist gar kein Problem, wenn du das Gegenteil auch zulässt, wenn das Gegenteil auch eine Möglichkeit in dir ist. Gedanken-Flexibilität zu üben ist also eine hochspirituelle Übung, die es dir ermöglicht, aus deinen Programmen auszusteigen.